Letztes Update am Do, 10.12.2015 15:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU rügt Italien wegen vier regionalen Krisenbanken



Rom (APA) - Die EU rügt Italien wegen der vier italienischen Volksbanken und Sparkassen, die vor Kurzem per Bankenfonds vor der Pleite bewahrt wurden. Die vier Sparkassen und Volksbanken hätten Kleinanlegern „nicht angemessene Anleihen“ verkauft, die sie nach der Pleite der Geldhäuser nicht mehr zurückbekommen können.

Circa 10.000 italienische Kleinsparer haben wegen der Pleite der Banken ihre Ersparnisse verloren. Für einen Eklat sorgte der Fall eines Pensionisten aus der mittelitalienischen Stadt Civitavecchia, der infolge der Pleite der Volksbank von Etruria die Ersparnisse seines Lebens - rund 100.000 Euro - verloren und Selbstmord begangen hat. „Es gibt offenkundig Folgen für Bürger, denen Banken nicht angemessene Produkte verkauft haben“, kommentierte der EU-Kommissar für die Finanzstabilität Jonathan Hill.

Der von der italienische Regierung verabschiedete Rettungsmechanismus, mit dem notleidende Kredite der vier Pleite-Banken in Höhe von insgesamt 8,5 Mrd. Euro ausgegliedert und in eine neue Bad Bank transferiert wurden, entspreche den europäischen Regeln und sei zu begrüßen, meinte Hill. Die guten Banken sollen nun mittels öffentlicher Versteigerung zum Verkauf angeboten werden. Die zuständige EU-Behörde drängt, das Vorhaben so schnell wie möglich umzusetzen.

Italiens Premier Matteo Renzi versprach am Donnerstag Hilfe für die Anleihenbesitzer und verteidigte den von seiner Regierung verabschiedeten Rettungsmechanismus. „So haben wir zumindest das Geld auf tausende Konten retten können. Wir suchen jetzt nach den EU-Regeln entsprechenden Lösungen für die Anleihenbesitzer“, sagte Renzi.

Die Oppositionspartei Lega Nord warf der italienische Notenbank mangelnde Aufsicht vor. „Die Notenbank sollte für diese Situation zahlen. Warum hat sie nicht vorher zur Rettung der vier Krisenbanken eingegriffen?“, fragte Lega Nord-Chef Matteo Salvini.




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