Letztes Update am Do, 10.12.2015 15:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tote Tiger auf der Krim: Direktor schloss aus Protest beide Zoos



Sewastopol (APA/dpa) - Nach dem Tod von zwei seltenen weißen Tigerbabys ist auf der Halbinsel Krim ein heftiger Streit zwischen Zoodirektor Oleg Subkow und der Justiz ausgebrochen. Subkow hat aus Protest gegen Staatsanwältin Natalia Poklonskaja seine beiden Tierparks vorerst geschlossen und fordert den Rücktritt der Chefanklägerin.

Er werde mit beiden Zoos von der Krim wegziehen, sollte Poklonskaja ihre „erpresserischen Vorwürfe“ nicht zurücknehmen, sagte Subkow am Donnerstag auf der von Russland einverleibten Halbinsel. Die Staatsanwältin wirft dem Zoodirektor vor, am Tod der beiden Tigerbabys mitschuldig zu haben. Zumindest eines der Tiere war nach dem Ausfall eines Generators vermutlich erfroren. Darüber hinaus ist ein Verfahren wegen der angeblichen Verprügelung eines Angestellten gegen Subkow anhängig. Dieser weist die Vorwürfe zurück.

Die Führung der Halbinsel warnte Subkow vor Erpressung. Es dürfe nicht sein, dass der Direktor die Touristenattraktionen einfach schließe, sagte ein Sprecher. Subkow besitzt auf der Krim einen Tierpark und einen Safaripark mit mehr als 3.500 Tieren. Die Halbinsel gehört völkerrechtlich zur Ukraine. Vermutlich Krimtataren und ukrainische Nationalisten hatten die Krim aus Protest Ende November durch Anschläge auf Strommasten vom Netz abgeschnitten.




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