Letztes Update am Do, 10.12.2015 15:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Flüchtlinge - Spielfelder Grundeigentümer „aus Prinzip“ gegen Zaun



Spielfeld (APA) - Die Lücke im Spielfelder Grenzzaun ist für den ehemaligen Grazer ÖVP-Stadtrat und südsteirischen Grundeigentümer Helmut Strobl eine Prinzipsache: „Das ist für mich ein Anlass, meine Bedenken gegen den Zaun einzubringen.“ Er will ihn nicht auf seinem Grund, weil er den Zaun an sich für „unsinnig“ hält. Seiner Meinung nach ist der Grenzschutz personell für die Polizei ohne Barriere machbar.

Strobl zufolge handle es sich um 35 Meter und nicht - wie vom Innenministerium mitgeteilt - um 8,1 Meter. Doch egal wie lang, Zaun will er auf seinem Grund keinen haben. Eine „Reihe von Schwierigkeiten“ würden ihn unsinnig machen: „Es gibt viele Fahrwege, die gleichzeitig Staatsgrenze sind und von beiden Ländern genutzt werden. Wo will man dort einen Zaun aufstellen?“, gab Strobl im Gespräch mit der APA zu bedenken.

Zweiter Grund sei der sogenannte Doppelgrundbesitz, der noch aus der Nachkriegszeit rühre. Österreicher bewirtschaften auch Flächen auf ehemals jugoslawischem, heute slowenischem Staatsgebiet - so auch Strobl. Das Innenministerium habe ihm ein Tor vorgeschlagen, für das er den Schlüssel bekomme. Aber dort sei steiles Gelände und ein Tor seiner Meinung nach nur schwer realisierbar. Zufrieden zeigte er sich aber mit den Containern, die in der sogenannten Kernzone in der Sammelstelle Spielfeld für die Registrierung der Flüchtlinge errichtet werden. Die hätten schon früher kommen sollen, sagte er.

Von seiner Seite aus ist das Thema Zaun abgeschlossen: „Ich mache da nicht mit.“ Pacht oder Miete, die andere für die Flächen bekommen dürften, interessieren ihn kaum. Das Geld hätte er ohnehin der Flüchtlingshilfe gegeben. Eine endgültige Antwort, was nun bei der Lücke statt des Zauns passiert, habe er bisher noch nicht aus dem Ministerium bekommen. Strobl meinte, dass der Maschendraht letzten Endes kürzer als geplant ausfallen werde: „Meine Prognose: Ich glaube der wird nur halb so lang.“




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