Letztes Update am Do, 10.12.2015 17:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Haftungsfreikauf für Atomkonzerne in Diskussion - Magazin



Berlin (APA/Reuters) - Die großen Energiekonzerne in Deutschland könnten die Chance erhalten, sich von Kostenrisiken aus der Stilllegung ihrer Atomkraftwerke freizukaufen. Solche „Überlegungen“ werden einem am Donnerstag vorab veröffentlichten Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge in der zuständigen Atomkommission der Regierung angestellt.

Demnach könnten sich die Konzerne durch die Zahlung von zusätzlich gut 10 Mrd. Euro von etwaigen Nachschusspflichten für Atomfolgekosten befreien, falls ihre Rückstellungen von 38 Mrd. Euro dafür nicht ausreichen. Rechnerisch wäre damit die Gesamthaftung der Konzerne für den Atomausstieg auf knapp 49 Mrd. Euro gedeckelt.

Der Co-Vorsitzende der Atomkommission Jürgen Trittin machte aber deutlich, dass in dem Gremium noch keine Festlegungen getroffen wurden. „Die Kommission ist zur Zeit in der Phase der Informationssammlung und der Anhörungen“, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. „Es wurden dabei weit mehr als zwei mögliche Modelle vorgestellt sowie sehr unterschiedliche Modelle der Risikobewertung.“ Mit der Beratung des Berichts, den die Kommission vorlegen soll, soll nach seinen Worten im Februar begonnen werden. „Sich in dieser Phase auf bestimmte Modelle zu konzentrieren, wäre mehr als verfrüht.“ Aufgabe der Atomkommission ist es, Vorschläge auszuarbeiten, wie die Finanzierung der Folgekosten des Atomausstieges langfristig abgesichert werden kann. Der Steuerzahler soll geschont werden.

Eines der schon länger diskutierten Modelle sieht vor, dass die Atom-Rückstellungen der Konzerne RWE, E.ON , EnBW und Vattenfall in eine Stiftung oder einen Fonds eingebracht werden. Damit würden dann der Abriss der Atomkraftwerke sowie die Endlagerung des Atommülls finanziert.




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