Letztes Update am Do, 10.12.2015 17:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schilddrüsenoperation über die Achselhöhle



Wien (APA) - Eine neue Methode bei Schilddrüsenoperationen könnte für Patienten schonender und kosmetisch besser sein. Am Herz-Jesu Krankenhaus in Wien-Landstraße haben Ärzte vor kurzem erstmals einen Knoten an der Schilddrüse über die Achselhöhle operiert. Der Hals blieb dabei vollkommen narbenfrei, Schluckbeschwerden blieben aus.

Bei dieser neuartigen Operationsmethode erfolgt der Zugang über einen kleinen Schnitt in der Achselhöhle, statt, wie bisher, mit einem Schnitt am Hals. Die Chirurgen orientierten sich dabei an einer in Amerika und Asien etablierten Operationsmethode, die in Europa bisher nur vereinzelt angewendet wird, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung.

„Der kosmetische Aspekt - keine Narbe am Hals - ist nur einer der Vorteile des Zugangs über die Achsel“, wurde Chirurg Behrooz Salehi, zitiert. „Es werden der empfindliche Hals und die Stimmbänder geschont, wodurch es auch zu weniger Schluckbeschwerden und einem angenehmen Empfinden des Halses nach der Operation kommt.“ Ein kleiner Hautschnitt in der Achselhöhle genüge, um die Instrumente, die unter anderem schneiden, fixieren, filmen und Licht geben können, minimal-invasiv zum Operationsgebiet zu bringen. Der Operateur führt die Operationsinstrumente dabei im Fettgewebe unterhalb der Haut und oberhalb des Brustmuskels bis zur Schilddrüse.

Weiterhin muss aber jeweils entschieden werden, ob das Verfahren für den einzelnen Patienten geeignet ist. Verschiedene Faktoren, wie die Art der Schilddrüsenerkrankung, vorangegangene Operationen und die körperliche Verfassung bestimmen, ob diese neue Operations-Methode die beste Wahl für die Patienten ist. „Welche Operationsmethode die geeignetste ist, entscheiden wir mit jedem Patienten individuell. Für ausgewählte Spezialfälle kann die neue Methode aus heutiger Sicht vorteilhaft sein“, sagte Salehi.




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