Letztes Update am Do, 10.12.2015 17:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


IOM-Direktor: Wir sollten Migration nicht bekämpfen



Paris (APA/dpa) - Wachsende Ablehnung gegenüber Flüchtlingen und Einwanderern ist nach Einschätzung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) ein Phänomen, das global immer weiter um sich greift. „Wir leben in einem Zeitalter, in dem die Konflikte ein bisher nicht dagewesenes Ausmaß erreicht haben“, sagte IOM-Direktor William Lacy Swing am Donnerstag am Rande der Klimakonferenz in Paris.

Bedauerlicherweise habe auch die Fremdenfeindlichkeit ein völlig neues Ausmaß angenommen. Anstatt gegen Migranten zu giften, sollten sich die Menschen besser darauf einstellen, dass ihre Umgebung „multiethnischer und multireligiöser wird“, forderte Swing. Er sagte: „Wir errichten immer noch Mauern und Zäune anstatt Brücken zu bauen.“

Sollte die Erderwärmung nicht schnell deutlich gebremst werden, würden Millionen von Menschen aus den Wüstenregionen eine neue Heimat suchen, sagte Monique Barbut, Exekutivsekretärin des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung. Wissenschaftler hätten errechnet, dass ein globaler Temperaturanstieg von zwei Grad für die Staaten südlich der Sahara einen Anstieg von vier Grad bedeuten würde. Dadurch würde Ackerland verloren gehen. Einige Gebiete würden unbewohnbar werden.




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