Letztes Update am Do, 10.12.2015 18:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kritik an geplanter KFC-Eröffnung in Tibets Hauptstadt Lhasa



Peking (APA/AFP) - Die US-Fastfoodkette Kentucky Fried Chicken (KFC) will im Jänner eine Filiale in der tibetischen Hauptstadt Lhasa eröffnen - doch die in London ansässige Menschenrechtsorganisation Free Tibet bezweifelt, dass die einheimische Bevölkerung davon profitieren wird.

Es sei zwar nichts falsch daran, dass ein westliches Unternehmen in Tibet Geschäfte machen wolle, doch bisher hätten nur „sehr, sehr wenige“ dieser Unternehmen ein Interesse daran gezeigt, den Tibetern Gutes zu tun, sagte Alistair Currie von Free Tibet. Er forderte, dass KFC Tibeter anstelle, ausbilde und auch befördere, und dass im Fastfoodrestaurant Tibetisch gesprochen werde. Bisher fehle es an einer Zusicherung für ein solches Engagement.

Der chinesische KFC-Mutterkonzern Yum Brands erklärte gegenüber AFP, ein Franchisenehmer werde das KFC-Restaurant in Lhasa für Einheimische und Touristen eröffnen. In dem zweistöckigen, 540 Quadratmeter großen Restaurant werde es „einheimische Design-Elemente“ geben, dazu Arbeitsplatzangebote und Unterstützung für eine Entwicklung einer einheimischen Lieferkette. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, KFC werde in einem Einkaufszentrum eröffnet, dazu komme ein Gefrierhaus am Stadtrand, „um eine weitere Expansion in der Region vorzubereiten“.

China kontrolliert Tibet seit den 1950er Jahren, der Volksrepublik wird vorgeworfen, sie wolle die tibetische Kultur auslöschen. Peking zufolge genießen die Tibeter weitgehende politische Freiheiten; China habe der Region zudem Wirtschaftswachstum gebracht.




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