Letztes Update am Do, 10.12.2015 22:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UN-Menschenrechtskommissar: Nordkorea foltert und vergewaltigt



New York/Pjöngjang (APA/dpa) - Nordkorea foltert nach Angaben des UN-Menschenrechtskommissars Said al-Hussein systematisch seine Gefangenen. Überläufer berichteten von Misshandlungen und Vergewaltigungen in den Gefängnissen und Straflagern des kommunistischen Landes, sagte Hussein am Donnerstag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York.

„Die Eingesperrten haben zudem keinen Zugang zu unabhängigen Anwälten, haben keine fairen Prozesse und werden oft willkürlich festgehalten“, sagte der Jordanier. Die Vereinten Nationen hatten im Sommer ein Büro in Südkorea eröffnet, das Menschenrechtsverletzungen im Norden dokumentieren soll. Das Regime in Pjöngjang hatte das als „grobe Provokation“ bezeichnet und mit „ernsten Maßnahmen“ gedroht und sogar von Kriegsgefahr gesprochen. „Es ist absolut inakzeptabel, dass ein Mitgliedsstaat ein Büro der Vereinten Nationen bedroht“, sagte Hussein. „Wir weisen diese Drohungen mit schärfsten Worten zurück.“

Nach seinen Worten hat sich die dramatische Ernährungskrise in Nordkorea leicht entspannt, noch immer gebe es aber massive Probleme. Die vom Norden zugelassene Familienzusammenführung mit Verwandten im Süden sei zu begrüßen. „Es sieht so aus, als wolle Nordkorea in den Kreis der Völkerfamilie zurückkehren. Aber die schweren Verletzungen der Menschenrechte und das Versagen bei der Versorgung der Bevölkerung sprechen noch immer dagegen.“

Hinzu komme, dass Pjöngjang nicht die Entführung von Ausländern nach Nordkorea untersuche. „Hunderte Menschen wurden entführt und Nordkorea hat sogar eine Untersuchungskommission berufen. Von der gibt es aber seitdem keinerlei Ergebnisse.“ Südkorea und Japan werfen Nordkorea vor, Bürger ihrer Länder entführt zu haben, damit Spione des kommunistischen Regimes von ihnen Sprache und Sitten lernen konnten.

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