Letztes Update am Fr, 11.12.2015 07:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Das bringt 2016 - Strom und Gas in mehreren Bundesländern billiger



Wien (APA) - Mit Jahreswechsel wird Strom und Gas bei mehreren Landesversorgern günstiger. Damit werden die Vorteile gesunkener Großhandels- bzw. Börsenpreise weitergegeben. Mehrere EVU haben schon davor im Herbst Strom und Gas verbilligt. Das bezieht sich auf die Energiekomponente, ohne Netztarife, Steuern, Abgaben. Im Gegenzug dürften 2016 die Netzentgelte steigen, das entscheidet die Regulierungskommission.

Die Salzburg AG verbilligt Anfang 2016 bei allen Strom-Standardprodukten die Energiekomponente um 0,25 Cent pro Kilowattstunde (kWh), auch Gas wird in dem Ausmaß günstiger. Einem Haushalt mit 3.500 kWh Stromverbrauch im Jahr bringt das rund 5 Prozent bzw. etwa 12 Euro brutto jährlich an Ersparnis. Bei 15.000 kWh Haushaltsverbrauch im Jahr wird Gas um knapp 50 Euro billiger.

Die Tiroler Landes-EVU Tiwag und Tigas senken per 1. Jänner ebenfalls die Strom- und Gaspreise. Die Tiwag reduziert ihren Strompreis für Kunden mit Standardverträgen um 0,3 Cent/kWh, die Tigas den Erdgaspreis um 0,2 Cent/kWh. Insgesamt bringt das den Energiekunden 6,5 Mio. Euro Ersparnis im Jahr, davon 3,5 Mio. durch die Strom- und 3 Mio. Euro durch die Gaspreissenkung.

In Wien, NÖ und Burgenland - also für Kunden der EnergieAllianz - wurden Strom und Gas schon mit 1. Oktober um rund 5 Prozent billiger, ebenso bei der Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW).

Die Verbilligungen beziehen sich auf die reine Energiekomponente, die rund ein Drittel einer Stromrechnung und fast die Hälfte einer Gasrechnung ausmacht. Unberücksichtigt sind Steuern, Abgaben - und die Netztarife, die sich regional unterschiedlich auch Anfang 2016 wieder ändern. Anfang 2015 waren die Netztarife, die fast ein Drittel einer Stromrechnung ausmachen, auf Haushaltskundenebene im Österreich-Schnitt um 0,21 Prozent auf 4,92 Cent/kWh angehoben worden; in mehreren Versorgungsgebieten stiegen sie dabei wegen hoher Investitionen der EVU stärker, in etlichen Versorgungsgebieten sanken sie dagegen. Auch für 2016 ist mit einer Anpassung der Netzentgelte zu rechnen: Erwartet wird im Bundesschnitt ein Anstieg um 5,7 Prozent - oder um 12 Euro jährlich (ein Euro monatlich) bezogen auf einen Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch; entscheiden soll dies kurz vor Weihnachten die Regulierungskommission.

Ungeachtet der aktuellen Verbilligungen mehrerer „angestammter“ Landesversorger bringt der Wechsel des Energieanbieters momentan besonders viel. Am meisten bringt der Wechsel vom regionalen Standardanbieter von Strom und Gas zum günstigsten in Klagenfurt: 683 Euro im Jahr. In Tirol liegt das Sparpotenzial für einen Durchschnittshaushalt bei 385 Euro, so der Dezember-Energiepreismonitor des Wirtschaftsministeriums.

Bis September haben in Österreich rund 78.000 Haushalte zu einem neuen Stromlieferanten und 30.000 zu einem neuen Gasanbieter gewechselt. Das sind 1,9 Prozent aller Kunden bei Strom und 2,4 Prozent bei Gas. 2014 hatten in den ersten neun Monaten bei Strom drei Prozent und bei Gas vier Prozent gewechselt.




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