Letztes Update am Fr, 11.12.2015 07:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Das bringt 2016 - Zäsur für Großbanken



Wien (APA) - In Österreichs Bankwelt stehen 2016 große Veränderungen an. Die Bank Austria gibt ihre umfangreichen Osteuropabeteiligungen an die Mailänder Konzernmutter UniCredit ab. Damit verliert sie ihr wichtigstes Ertragsfeld und die Nummer-eins-Position der Bankkonzerne des Landes. Das unrentable Filial/Privatkundengeschäft wird zusammengestrichen oder abgegeben. Tausende Jobs wackeln.

So oder so müssen sich wohl etliche Bank Austria-Kunden eine neue Bankverbindung suchen oder längere Wegzeiten akzeptieren, wenn sie Wert auf Schalterdienste oder persönliche Kundendienste legen. Wo Filialen aufgelassen werden, werden des öfteren auch Bankomaten abmontiert.

Auch die anderen Großbanken haben Sparprogramme laufen. Die Volksbanken fusionieren gerade auf einen Bruchteil der bisherigen Banken zusammen. Raiffeisen hat sich vorgenommen, bis Ende 2017 ein Viertel der Kosten wegzubekommen. Für Raiffeisen Zentralbank (RZB) und Raiffeisen Bank International (RBI) werden Fusionsideen gewälzt, wahlweise mit oder ohne Einbeziehung einzelner Landesbanken.

Wirtschaftsforscher gehen davon aus, dass jeder dritte Bankjob in Österreich in Gefahr ist. Bisherige Kostensenkungen haben meist nicht ausgereicht. Bei Banken in der Hand internationaler Eigentümer und börsennotierten Instituten werden mehr Renditen eingemahnt, die Regulatoren ziehen die Kapitalschrauben immer fester an. Die Kunden wickeln immer mehr Bankgeschäfte übers Internet ab. In diese Schiene muss immer noch mehr investiert werden.

Bei der staatlichen Heta (einst Hypo Alpe Adria) wird die Abwicklungsbehörde FMA spätestens im Mai 2016, wohl aber früher, über den angekündigten Schuldenschnitt befinden. Im Mai endet das seit März 2015 laufende Zahlungsmoratorium. Noch vor dem heurigen Jahresende wollte das Land Kärnten den Gläubigern der Heta ein Angebot für ihre Anleihen vorlegen. Die Höhe des Abschlags war zuletzt noch offen. Unabhängig davon baut die Heta 2016 mehrere hundert Jobs ab.

Für arme Bevölkerungsgruppen - wie Mindestpensionisten, Bezieher von Mindestsicherung, Asylwerber und Obdachlose - gibt es übrigens auch in Österreich ab dem kommenden Jahr - ab Herbst - einen Rechtsanspruch auf ein „Basiskonto“. Österreich setzt damit eine Vorgabe der EU um.

Auf der Zinsseite bleiben die Zeiten für Sparer bis auf Weiteres hart.




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