Letztes Update am Fr, 11.12.2015 10:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Burgenland Tourismus wird zur GmbH



Eisenstadt (APA) - Am Donnerstag wurde im Landtag die Novelle des erst im Vorjahr geänderten Burgenländischen Tourismusgesetzes beschlossen. Als wichtigste Neuerungen nannte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) bei einer Pressekonferenz am Freitag die Umwandlung des Landesverbandes Burgenland Tourismus in eine GmbH, die Einsetzung eines Beirates und die Anhebung der Nächtigungszahl zur Gründung von Regionalverbänden.

Der Beschluss im Vorjahr sei „ein erster Schritt“ gewesen, meinte Niessl. Das neue Tourismusgesetz soll kommendes Jahr in Kraft treten. Die große Herausforderung sei ein effizienter Einsatz der Mittel - „weniger Geld für die Verwaltung, mehr Geld fürs Marketing“.

„Wir brauchen wieder einen Anstieg der Nächtigungen“, dies werde man mit einem besseren Marketing erreichen, sagte Niessl. Die künftige GmbH soll in den Konzern Burgenland eingegliedert werden. Dies bringe mehrere Vorteile, zum einen könne man „öffentliche Mittel gezielter einsetzen und im Bedarfsfall auch rascher reagieren“.

Man wolle sich bemühen, „die besten Touristiker Burgenlands“ in den Expertenbeirat zu holen, der aus zehn bis 20 Personen bestehen soll. Eine „Handvoll“ Personen habe bereits zugesagt, darunter die Hoteliers Karl Reiter, Bert Jandl und Klaus Hofmann, berichtete Tourismuslandesrat Alexander Petschnig (FPÖ).

Bei den Tourismusverbänden wurde die Zahl der Delegierten reduziert. Künftig gibt es pro 20 Unternehmer einen Delegierten, bisher waren es zehn. Weiters werden die Personalkosten bei 40 Prozent vom Gesamtaufkommen eines Tourismusverbandes gedeckelt. Bei kleinen Verbänden habe es Personalkostenanteile von „90 Prozent und mehr“ gegeben, berichtete Petschnig.

Das Budget für die neue Tourismus GmbH soll sich „zwischen sechs und sieben Mio.“ Euro bewegen, schätzte der Landesrat. War die Gründung von örtlichen Tourismusverbänden bisher ab 20.000 Nächtigungen möglich, wurde diese Schwelle nun auf 50.000 angehoben. In Kärnten beispielsweise dürfe ein Tourismusverband erst ab 500.000 Nächtigungen gebildet werden, so der Landesrat. In Tirol seien die Verbände vor einigen Jahren per Verordnung von 254 auf 34 reduziert worden.

„Das machen wir alles nicht“, meinte Petschnig: „Wir ermöglichen den Touristikern vor Ort, sich zu thematisch geschlossenen Regionen zusammenzufinden.“ Es solle aber auch eine kritische Größe geben, um mit Mitbewerbern anderer Regionen und jenseits der Staatsgrenzen konkurrieren zu können.

Landesweit habe man sich seit 2008, 2009 immer „im gleichen Zielkorridor von 2,8 bis 2,9 Mio. Nächtigungen“ befunden. Für das Burgenland sei der Neusiedler See „das touristische Herz“. Dort seien 2014 insgesamt 1,430.000 Nächtigungen gezählt worden. Im Jahr 1981 seien es bereits 1,438.000 Nächtigungen gewesen. Abgesehen von Qualitätsverbesserungen und Steigerungen in der Wertschöpfung trete man hier „seit 34 Jahren auf der Stelle“, sagte Petschnig.

Von Mai bis Oktober dieses Jahres habe es bei den Ankünften ein Plus von 0,6 Prozent und bei den Nächtigungen ein Plus von 0,7 Prozent gegeben, berichtete Niessl. „Wir sind der Meinung und der Überzeugung, dass es hier entsprechendes Potenzial nach oben gibt“. Was die Wertschöpfung betreffe, sei die Prognose gut: Heuer werde man voraussichtlich erstmals die Grenze von einer Mrd. Euro überschreiten.




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