Letztes Update am Fr, 11.12.2015 11:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Steirische Christbaumbauern: Gutes Jahr aber Mangel an großen Bäumen



Graz (APA) - Es war ein „gutes Jahr“ für die steirischen Christbaumbauern: Der August war zwar heiß, aber der Herbst feucht und damit perfekt für die Bäumchen, die bald in den heimischen Stuben stehen werden, sagte Martina Lienhart, Obfrau der steirischen Christbaumbauern, am Freitag in Graz. Wer einen großen Baum über zwei Metern möchte, sollte aber rasch zugreifen, die sind derzeit nämlich rar.

Ein Christbaum ist im Schnitt 14 Jahre oder älter, wenn er geerntet wird. Bis dahin muss er aber von den Bauern gedüngt, ausgeschnitten und betreut werden. Die viele Arbeit sei in der Qualität der Pflanzen merkbar, zeigte sich Lienhart überzeugt: „Die Ware in den Baumärkten ist teils nicht besonders gut und oft nicht aus Österreich. Da werden die Bäume manchmal schon im Oktober geerntet.“ Das komme bei ihr nicht vor. Sie richte sich nach den Mondphasen, weil bei Vollmond soll der Baum schwerer und damit auch wasserreicher sein.

Immer öfter nutzen Familien die Christbaumauswahl auch als Erlebnistag. Die Kunden spazieren durch die Plantagen der Bauern und wählen oft schon Wochen vor dem Schnitt ihre Bäume. Später kommen sie wieder - „an dem Tag, an dem sie wollen“ - und machen sich oft auch selbst ans Werk. Wer Hilfe beim Umschneiden braucht, kann aber auch auf die erfahrenen Landwirte zurückkommen, meinte die Bäuerin.

Der Hang zum Selberschneiden führt aber nicht selten auch zur Idee des Diebstahls in fremden Wäldern. Davon rät die Obfrau und Franz Titschenbacher, Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark, aber ab und zwar nicht nur weil es illegal ist: „Die Bäumchen im Wald bekommen meist zu wenig UV-Licht und sind daher dünner und weniger dicht. Sie sind für den Wald perfekt, aber nicht als Christbaum“, schilderte Lienhart. Die Suche in Wäldern könnten sich daher viele ersparen, weil Tannen aus dem gewöhnlichen Forst selten den Vorstellungen entsprechen.

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Die Tannen sind übrigens nach wie vor die beliebtesten Christbäume der Österreicher - vor allem die Nordmanntanne. Am häufigsten werden Bäumchen mit einer Höhe von 1,60 bis 1,70 Metern verkauft. Einen leichten Mangel können die Experten derzeit bei größeren Bäumen mit mehr als zwei Metern Höhe feststellen, da die Christbaumernte alle zehn Jahre ein Hoch erlebe, erklärte Lienhart. Dann hören wieder ein paar Bauern mit dem Setzen neuer Pflanzen auf, wodurch es später wieder einen Zeitraum gibt, in dem weniger Christbäume geerntet werden. Da komme es auch oft zu Vorgriffen: Bäume werden geerntet, die eigentlich noch ein oder zwei Jahre hätten stehen bleiben sollen.

Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr stabil gelieben. Nach wie vor ist ein Christbaum für 15 bis 25 Euro je Laufmeter zu haben, bei Verkaufsständen in der Stadt werden aber auch oftmals 30 Euro oder mehr verlangt. Ab kommenden Montag beginnen die Christbaumverkäufe auf öffentlichen Plätzen in der Steiermark. Rund 350.000 steirische Christbäume werden heuer zu Weihnachten geerntet. Österreichweit werden jährlich knapp 2,6 Millionen Christbäume verkauft oder verschenkt. 90 Prozent von ihnen kommen aus Österreich.




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