Letztes Update am Fr, 11.12.2015 11:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Steirische Forschungspreise für molekulare Studien vergeben



Graz (APA) - Die steirischen Forschungspreise 2015 sind am Freitag vom Land Steiermark vier Wissenschaftern für ihre Arbeiten verliehen worden: Je 12.000 Euro gingen an Frank Madeo für seine Forschung an den molekularen Auswirkungen von Diäten sowie an Wolfgang Erhard Ernst für seine Studien zu kalten Molekülen. Je 6.000 Euro gingen an Monika Oberer und Peter Ruggenthaler.

Madeo vom Institut für Molekulare Biowissenschaften an der Universität Graz erhielt den Erzherzog-Johann Forschungspreis 2015 für die Klärung der Frage, warum eine Fastenkur gesundheitsfördernd und sogar lebensverlängernd ist. In zwei Arbeiten konnte er mit seinem Team nachweisen, dass der Körper bei einer Diät ungebrauchte, alte oder sogar gefährliche Zellbestandteile abstößt und im Lysosom - den molekularen Müllsäcken - abbaut. Defekte Proteine und Mitochondrien, die zu Alzheimer und Krebs führen können, werden damit beseitigt.

Wolfgang Erhard Ernst konnte am Freitag nicht persönlich erscheinen, weil er noch bis 22. Dezember in Amerika weilt. Seine Ehefrau nahm den Forschungspreis des Landes Steiermark für den Wissenschafter des Instituts für Experimentalphysik der TU Graz entgegen. Ernst bekam ihn für seine Arbeit „Kalte Moleküle für die Quantentechnologie“. Dabei bildete er winzige Tröpfchen aus Helium mit einem Durchmesser von fünf Nanometern. In und auf ihnen konnte er Atome gezielt anordnen und zur Reaktion bringen. Das führte zu bisher nicht zugänglichen und vormals unerforschten Molekülen und Clustern wie etwa Rubidium und Strontium (RbSr).

Monika Oberer, ebenfalls vom Institut für Molekulare Biowissenschaften, erhielt den Förderpreis für ihre Forschung zum Gleichgewicht zwischen Fettauf- und -abbau sowie der Regulation des Fettstoffwechsels. Peter Ruggenthaler vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgen-Forschung beschäftigte sich mit der Teilung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg. Sein daraus entstandenes Buch basiert auf jahrelangen Forschungen in russischen Archiven und wurde als erste Monografie eines österreichischen Zeithistorikers an der Harvard-Universität publiziert.

Forschungslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) betonte, mit der alljährlichen Verleihung „hervorragende Forschungsleistungen außergewöhnlicher Menschen“ zu würdigen. Sie soll sowohl anerkannte als auch junge steirische Wissenschafter in verstärktem Maße zu wissenschaftlichen Leistungen anregen.




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