Letztes Update am Fr, 11.12.2015 12:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schweizer Firmen investierten weniger im Ausland



Bern (APA/sda) - Schweizer Unternehmen haben erstmals seit Jahren Geld aus dem Ausland abgezogen, statt zu investieren. 2014 lagen die schweizerischen Direktinvestitionen mit rund 3 Mrd. Franken (2,8 Mrd. Euro) im negativen Bereich, was einen Kapitalabzug bedeutet.

Im Vorjahr seien die Investitionen im Ausland noch bei einem Plus von 36 Mrd. Franken gelegen. Aus den Zahlen, welche die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Freitag publizierte, geht zudem hervor, dass es einen solchen Rückzug aus dem Ausland in den vergangenen zehn Jahren nicht gegeben hat.

Diese Entwicklung war laut einer Aussendung auf den Dienstleistungssektor zurückzuführen. Mit Ausnahmen der Versicherungen sowie der Finanz- und Holdinggesellschaften hätten viele Serviceanbieter Mittel aus dem Ausland abgezogen. Besonders deutlich sei der Rückzug im Handel gewesen.

Im Gegensatz zum Dienstleistungssektor investiere die Industrie dagegen mehr als im Vorjahr. Laut der SNB war die Chemie- und Kunststoffbranche besonders aktiv gewesen, die rund 15 Mrd. Franken investiert hatte.

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Regional betrachtet lag der Fokus der Schweizerischen Direktinvestitionen auf Asien. In dieser Region wurden rund 10 Mrd. Franken investiert. In die Länder der Europäischen Union flossen rund 6 Mrd. Franken. Allerdings zogen Schweizer Firmen 2014 im übrigen Europa rund 9 Mrd. Franken ab.

Insgesamt betrug der Bestand an investiertem Kapital der Schweiz im Ausland die hohe Summe von 1.056 Mrd. Franken. Diese teilt sich zu rund 90 Prozent in Beteiligungskapital und zu 10 Prozent in Konzernkredite auf. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandprodukt der Schweiz lag 2014 bei etwa 640 Mrd. Franken.

Die ausländischen Direktinvestitionen im Inland erhöhten sich 2014 im Vergleich mit dem Vorjahr von 1 Milliarde Franken auf 6 Mrd. Franken. Die Schweiz bleibt also für Ausländer für Investitionen interessant. Laut der SNB ist dies aber auf den Dienstleistungssektor zurückzuführen, da Finanz- und Holdinggesellschaften sowie Banken deutlich mehr in ihre Tochtergesellschaften in der Schweiz investierten. Geldzuflüsse in Unternehmen des Schweizer Industriesektors gingen dagegen zurück.

Schweizer Unternehmen sind im Ausland wichtige Arbeitgeber. So beschäftigten sie in ihren ausländischen Tochtergesellschaften rund 2 Millionen Personen. Der Europa-Anteil davon betrug 43 Prozent und in Asien brachten Schweizer Unternehmer rund 27 Prozent in Arbeit.

Umgekehrt waren in der Schweiz 2014 rund eine halbe Million Personen in ausländisch beherrschten Unternehmen tätig.




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