Letztes Update am Fr, 11.12.2015 13:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ORF muss bei Standort-Sanierung und -Neubau auf Kostenbremse steigen



Wien (APA) - Der ORF muss bei Sanierung und Neubau im ORF-Zentrum auf dem Küniglberg offenbar auf die Kostenbremse steigen. Grund sind höhere Ausgaben als bisher geplant. Dass die Kosten für das 300 Millionen Euro schwere Projekt um bis zu 50 Millionen höher ausfallen könnten, dementiert der öffentlich-rechtliche Sender.

Bis 2020 wird der Medienstandort, der künftig Fernsehen, Radio und Online beheimaten soll, saniert und mit einem neuen multimedialen Newscenter ausgebaut. Die budgetierten Gesamtkosten für die Operation liegen bei rund 300 Millionen Euro. Die Kosten der laufenden Sanierung des ORF-Hauptgebäudes sind bisher allerdings deutlich höher ausgefallen als geplant. In der jüngsten ORF-Stiftungsratssitzung gab es deshalb bereits eine „Kostenwarnung“ der ORF-Geschäftsführung.

Nun berichtet die Tageszeitung „Der Standard“, dass die Kosten um bis zu 50 Millionen Euro höher ausfallen könnten. Darauf habe der Generalplaner Vasko und Partner in internen Bausitzungen für den Fall hingewiesen, dass so weiter saniert und gebaut werde wie beim Hauptobjekt 1. Grund für die höheren Kosten dort seien unerwartete Altlasten bei der Sanierung des Gebäudes und erhöhte Sicherheitsanforderungen. Daneben sollen nach internen Protesten statt der ursprünglich geplanten 2.200 Arbeitsplätze nun doch rund 2.500 Arbeitsplätze installiert werden, was die Ausgaben ebenfalls nach oben treibe, und Kosten für die Erneuerung des Kantinenbereichs und seine Ausstattung wurden im Teilprojekt Bau nicht kalkuliert. Die Umbaupläne sollen nun überarbeitet und Nutzerwünsche und ökonomische sowie bauliche Möglichkeiten in Einklang gebracht werden.

Im ORF dementiert man unterdessen drohende Mehrkosten in der Höhe von bis zu 50 Millionen Euro. Die Sanierung und erhöhten Ausgaben für das Hauptgebäude hätten keine Auswirkungen auf die Gesamtkosten. Die Risiken und Unsicherheiten in der Planung werden für die kleineren Baulose, jüngere Gebäudeteile sowie insbesondere für den Neubau wesentlich geringer eingestuft. Man sei deshalb zuversichtlich, dass das Gesamtprojekt finanziell und zeitlich auf Schiene ist, heißt es im ORF.

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Auch der Chef des Baukonzerns Strabag und von den NEOS in den ORF-Stiftungsrat entsandte Hans Peter Haselsteiner sieht in der Bauentwicklung „keine Katastrophe“, wie er dem „Standard“ sagte. Er habe „kein Indiz, dass die Gesamtkosten nicht eingehalten werden. Das ist kein Skylink und kein Bauskandal“, so Haselsteiner. Beunruhigt zeigte sich unterdessen der Grüne Stiftungsrat Wilfried Embacher, der die Arbeitsgruppe zur Standortentscheidung geleitet hatte. „Sollte sich herausstellen, dass die ursprünglichen Annahmen nicht gehalten werden können, sollten wir die Beschlüsse neu überdenken“, meinte Embacher im „Standard“.

Ein „Statusbericht“ zum Medienstandort Küniglberg steht kommenden Donnerstag auch auf der Tagsordnung einer Sitzung des ORF-Stiftungsrats.

~ WEB http://orf.at ~ APA308 2015-12-11/13:20




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