Letztes Update am Fr, 11.12.2015 13:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kämpfe in Bujumbura: Burundis Hauptstadt lahmgelegt



Bujumbura (APA/dpa/AFP) - Rebellenangriffe auf Militäreinrichtungen im Krisenstaat Burundi haben das Leben in der Hauptstadt Bujumbura zeitweilig lahmgelegt. Die Angriffe ereigneten sich am Freitag im Morgengrauen nördlich und südlich der Stadt, wie ein hochrangiger Offizier der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Wie viele Tote es gab, war zunächst unklar. Ein Armeesprecher sprach laut Nachrichtenagentur dpa von zwölf getöteten Angreifern und 21 Festgenommenen. Zuvor hatte der Offizier gegenüber AFP von „Dutzenden Toten“ unter den Angreifern sowie „Verlusten“ aufseiten des Militärs gesprochen.

Die Armee habe die „schwer bewaffneten Männer“ im Süden nach mehr als zweistündigen Gefechten zurückschlagen können, im Norden seien alle Angreifer getötet worden, sagte der Offizier weiter.

Das Land wurde im Frühjahr durch das Bestreben von Präsident Pierre Nkurunziza, sich trotz einer gesetzlichen Begrenzung auf zwei Amtszeiten ein weiteres Mandat zu sichern, in eine tiefe Krise gestürzt. Seit seiner Wiederwahl, die von der Opposition boykottiert wurde, kommt es immer wieder zu Zusammenstößen. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften mindestens 240 Regierungsgegner getötet.

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Vertreter der internationalen Gemeinschaft fordern mit Nachdruck einen politischen Dialog von Regierung und Opposition, um ein Abgleiten des Landes mit rund zehn Millionen Einwohnern in einen Bürgerkrieg zu vermeiden. Mehr als 220.000 Menschen sind aus Angst vor einer Eskalation der Gewalt in Nachbarländer geflohen. Erst vor einem Jahrzehnt war in Burundi ein Bürgerkrieg mit etwa 300.000 Toten zu Ende gegangen.




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