Letztes Update am Fr, 11.12.2015 14:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Erstochener Tiroler: Angeklagter bekannte sich nicht schuldig



Innsbruck/Mühlbachl (APA) - Im Fall eines im vergangenen Dezember in seinem Haus in Mühlbachl im Wipptal erstochenen 39-jährigen Tirolers hat am Freitag der Mordprozess gegen den 25-jährigen Tatverdächtigen am Landesgericht Innsbruck begonnen. Ihm wird vorgeworfen, seinen Bekannten durch die Zufügung massiver Stichverletzungen vorsätzlich getötet zu haben.

Der Angeklagte bekannte sich vor Richterin Verena Offer nicht schuldig. Er habe das Opfer zwar an jenem Abend zu Hause besucht, sei nach einer halben Stunde jedoch wieder gegangen, sagte der gebürtige Slowake, der seit Ende 2012 in Österreich lebt.

Psychiaterin Adelheid Kastner erklärte in ihrem Gutachten, dass der Beschuldigte ein psychisch gesunder Mensch sei. „Er ist im Besitz aller psychischen Fähigkeiten. Er kann sein Verhalten steuern und auch zwischen richtig und falsch unterscheiden“, meinte die Gutachterin. Außerdem sei er zum Tatzeitpunkt weder alkoholisiert noch berauscht gewesen. Der 25-Jährige war laut Kastner „bei Sinnen“.

„Der Täter muss das Opfer gekannt haben, da es keine Spuren für ein gewaltsames Eindringen in das Haus gibt“, stellte Staatsanwältin Birgit Unterguggenberger in ihrem Eröffnungsplädoyer fest. Außerdem würde eine „WhatsApp“-Konversation zwischen Opfer und Beschuldigten beweisen, dass es ein Treffen der Beiden am Tatabend gab. Zahlreiche Spuren des Angeklagten, darunter Fußabdrücke im Blut des 39-Jährigen, würden ihn aber zweifelsohne in Zusammenhang mit der Tat bringen, schloss die Staatsanwältin.

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Verteidiger Hermann Rieder erklärte in seinem Eröffnungsplädoyer hingegen, dass „eine wesentlich größere Täterschaft“ in Erwägung gezogen werden müsste. „Die Tat ist von einer einzelnen Person gar nicht durchführbar“, meinte Rieder.

Der Beschuldigte sitzt seit 18. Dezember in Untersuchungshaft. Er soll ein flüchtiger Bekannter des Erstochenen gewesen sein. Eine nahe Verwandte hatte den 39-Jährigen, der allein in dem Haus wohnte, am 16. Dezember 2014 blutüberströmt im Wohnzimmer liegend gefunden. Die Frau, die einen Schlüssel zu dem Haus besaß, wollte nach dem Rechten sehen, da das Opfer entgegen seinen Gewohnheiten in der Früh nicht erreichbar war. Der Prozess war für drei Tage anberaumt. Weitere Verhandlungen sollen am 16. und 17. Dezember statt finden.




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