Letztes Update am Fr, 11.12.2015 15:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italiens Premier Renzi drängt auf Reform des Bankensystems



Rom (APA) - Italiens Premier Matteo Renzi hat sich am Freitag für eine Reform des italienischen Bankensystems stark gemacht. „Die Reform des Kreditsystems ist mehr denn je dringend“, kommentierte Renzi.

Die Regierung arbeitet an der Einrichtung eines Solidaritätsfonds für Kleinanleger, die infolge der Pleite von vier Regionalbanken ihre Investitionen verloren haben. Laut italienischen Medien sollte dieser Fonds mit 100 Mio. Euro dotiert sein. 10.000 Kleinanleger haben im Zuge des Zusammenbruchs der Regionalbanken ihre Investitionen verloren. Hinzu kommen noch 105.000 Aktionäre, die nach Schätzungen bis zu 2 Mrd. Euro in Aktien der Banken investiert hatten.

Die Regierung Renzi hatte Ende November einen Rettungsmechanismus zur Rettung der vier Banken - Banca Marche, Banca Popolare dell‘Etruria, die Sparkasse von Chieti und jene von Ferrara - beschlossen. Die Rettung der Institute soll 3,6 Mrd. Euro kosten. Das nötige Geld kommt aber von den gesunden Geschäftsbanken wie der Bank-Austria-Mutter UniCredit oder Intesa Sanpaolo. UniCredit beteiligt sich mit 390 Mio. Euro an der Rettung von vier krisengeplagten Sparkassen in Italien. Die Kosten für die Rettungsaktion sollen in die UniCredit-Bilanzen des vierten Quartals 2015 eingestellt werden.

Die faulen Kredite der vier Kleinbanken werden in eine Bad Bank ausgegliedert. Es sind allesamt kleine Banken, denen aber die jahrelange Rezession in Italien in Form vieler notleidender Kredite zugesetzt hat. Nach der Ausgliederung der faulen Kredite sollen die Banken verkauft werden. Mit der Suche nach Interessenten ist der einstige Generaldirektor der UniCredit, Roberto Nicastro, verantwortlich.




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