Letztes Update am Fr, 11.12.2015 15:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wiener Hauptbahnhof - Grüne befürchten Engpässe nach Fahrplanwechsel



Wien (APA) - Am kommenden Sonntag werden Fernverkehrszüge der ÖBB aus Richtung Westen erstmals den Wiener Hauptbahnhof anfahren - und nicht mehr den Wiener Westbahnhof. Die Grünen befürchten nun, dass die Rochade zu Engpässen führen könnte. Denn die Station, so befand Verkehrssprecher Georg Willi gegenüber der APA, sei zu knapp dimensioniert. Und: Pendler müssten längere Wege in Kauf nehmen, beklagt er.

Der Westbahnhof werde zum „Regionalzugs-Bahnhof“ degradiert. „Der Hauptbahnhof muss zusammen mit dem Bahnhof Wien-Meidling alle ÖBB-Fernreisenden Ost-West und Nord-Süd und den gesamten Regionalverkehr vom Süden stemmen. Damit das irgendwie funktioniert, bringt die Rochade am kommenden Fahrplanwechsel-Wochenende vielen Bahnreisenden gravierende Nachteile“, warnte Willi.

„Ein kleines Zahlenspiel zeigt, wie eng es am Hauptbahnhof wird, obwohl von den seinerzeit angekündigten 1.100 Zügen nur 900 fahren: Der alte Süd- und Ostbahnhof hatte 19 Bahnsteige, der Westbahnhof hat elf. Künftig müssen zehn Gleise zusammen mit zwei unterirdischen Bahnsteigen den gesamten Fernverkehr und den bisherigen Regionalverkehr abwickeln“, rechnete Willi vor. Das Risiko von Verspätungen würde „massiv“ steigen.

Auch Bahnpendler haben es nach Ansicht des Grün-Politikers „komplizierter statt besser“ - da etwa Pendlerzüge aus dem westlichen Niederösterreich länger als bisher unterwegs sind. Es würden durch die neue Route auch neue „Umsteigzwänge“ im Süden oder in St. Pölten entstehen.

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Willi zeigte sich überzeugt, dass der Hauptbahnhof so klein wie möglich dimensioniert wurde, um möglichst viele Grundstücke der „entsprechenden Lobby“ zuführen zu können. Auch die Größe des „Vorbahnhofs“ in Wien-Meidling reiche nicht aus, befand er.




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