Letztes Update am Fr, 11.12.2015 15:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Renault und Nissan vor Einigung im Machtkampf mit Paris



Boulogne-Billancourt/Yokohama (APA/Reuters) - Im monatelangen Machtkampf zwischen Frankreich sowie den beiden Partnern Renault und Nissan deutet sich eine Einigung an. Die beiden seit mehr als zehn Jahren in einer Allianz verbundenen Autobauer haben sich Insidern zufolge am Freitag mit der Pariser Regierung auf einen Entwurf für einen Deal zur Begrenzung des Staatseinflusses verständigt.

Der japanische Konzern soll demnach Garantien zum Schutz vor einer größeren Einmischung von Renault und der französischen Regierung erhalten. Während Renault und Nissan ihre Kooperation vertiefen wollen, will der Staat seinen Einfluss sichern, um etwa Arbeitsplätze in Frankreich zu erhalten.

Renault habe zugesagt, nie eine Mehrheit im neunköpfigen Nissan-Führungsgremium anzustreben, in dem der französische Autobauer derzeit zwei Sitze hat, sagte ein Insider. Zudem wolle die Regierung als größter Renault-Aktionär auf einen Teil der Sonderstimmrechte für nicht-strategische Fragen verzichten. Wenn gegen die Abmachungen verstoßen werde, dürfe Nissan seinen stimmrechtslosen Anteil an Renault von 15 auf 25 Prozent aufstocken, sagte ein Insider. Dann würden Renaults Stimmrechte aus dem derzeitigen Nissan-Anteil von 43,4 Prozent erlöschen. Die Renault-Führung wollte demnach noch im Tagesverlauf darüber beraten. Die beiden Konzerne wollten sich nicht dazu äußern.

Der Machtkampf zwischen dem französischen Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und Renault-Chef Carlos Ghosn, der auch an der Spitze von Nissan steht, brach im April aus. Damals hatte die Regierung überraschend ihren Anteil an Renault auf 19,7 von 15 Prozent erhöht und sich doppelte Stimmrechte gesichert. Das stieß in Japan auf Ablehnung, Nissan drohte mit dem Ausstieg aus dem Bündnis. Renault hatte Nissan 1999 vor der Pleite bewahrt. Mittlerweile ist Nissan aber der stärkere Partner in der Allianz und trägt etwa zwei Drittel des gemeinsamen Absatzes und einen größeren Gewinnanteil bei.

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An der Börse sorgte die sich abzeichnende Einigung für Enttäuschung. Die Renault-Aktie gab rund fünf Prozent nach. Anleger hatten gehofft, Ghosn würde die Gelegenheit nutzen, um die Allianz der beiden Auto-Hersteller zu vertiefen. Auch über eine vollständige Fusion hatten einige Investoren spekuliert.

~ ISIN FR0000131906 JP3672400003 WEB http://www.renault.com

http://www.nissan-global.com ~ APA421 2015-12-11/15:23




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