Letztes Update am Fr, 11.12.2015 16:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nach Messerstecherei in Salzburg: 35-Jähriger erhielt drei Jahre Haft



Salzburg (APA) - Ein 35-jähriger Angeklagter ist heute, Freitag, bei einem fortgesetzten Prozess am Landesgericht Salzburg wegen einer Messerstecherei am 21. März 2015 im Salzburger Bahnhofsviertel zu drei Jahren unbedingter Haft rechtskräftig verurteilt worden. Der Mann aus Tunesien hat damals einen 25-jährigen Algerier mit einem Klappmesser mit neun Zentimeter langer Klinge schwer verletzt.

Die Staatsanwaltschaft hatte den 35-Jährigen wegen versuchten Mordes angeklagt. Doch die Geschworenen sprachen sich einstimmig für das Delikt der absichtlich schweren Körperverletzung mit einer schweren Dauerfolge aus, das einen geringen Strafrahmen vorsieht. Das Schwurgericht wurde von Richterin Ilona Schalwich-Mozes geleitet.

Der Kontrahent des Beschuldigten erlitt bei der Auseinandersetzung sechs Stich-und Schnittverletzungen im Gesicht, am Nacken und am Oberkörper und zog sich Abwehrverletzungen an den Händen zu. Er dürfte seit dem Vorfall auf einem Auge nichts mehr sehen. Grundsätzlich zeigte sich der 35-jährige Angreifer - er ist ein anerkannter Flüchtling - geständig. „Er wollte nicht töten, sondern sich verteidigen“, sagte sein Verteidiger Manfred Göttlicher und sprach von einer Notwehrüberschreitung.

Der Angeklagte selbst hatte geschildert, er sei von dem Algerier mit einem Messer bedroht worden. Beim anschließenden Gerangel habe er die Waffe packen und dem Angreifer entreißen können. Dann habe er mit dem Klappmesser ohne zu schauen herumgefuchtelt, um sich zu schützen. „Ich hatte Angst um mein Leben.“ Sein Gegner sei Mitglied einer „Bande aus Handydieben und Drogendealern“ gewesen, die ihn bedroht hätte. „Sie sagten: Wenn ich mich weigere, mit ihnen zu arbeiten, werden sie dafür sorgen, dass ich aus Österreich ausgewiesen werde.“

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