Letztes Update am Fr, 11.12.2015 18:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Olympia: Rios U-Bahn droht nicht pünktlich fertig zu werden



Rio de Janeiro (APA/dpa) - Das wichtigste Infrastrukturprojekt der Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro (5. bis 21. August), die U-Bahn-Linie Richtung Olympiapark, droht nicht rechtzeitig fertig zu werden. Verantwortlich dafür seien Finanzierungsprobleme, da die Linie 4 mehr als eine Milliarde Real (243 Millionen Euro) teurer werden könnte als geplant, berichtete die Zeitung „Globo“ (Freitag-Ausgabe).

Außerdem habe Brasiliens Finanzministerium zugesagte Gelder bisher nicht freigegeben, wodurch die Bauarbeiten weiter verzögern werden könnten. Ohne Fertigstellung der Linie in den 30 Kilometer von der Copacabana entfernten Stadtteil Barra droht ein Transportchaos, da es nur wenige Schnellstraßen dorthin gibt. Lange Staus und beschwerliche Anreisen für Touristen wären die Folge. Die Linie 4 soll von Ipanema nach Barra führen. Es gab zuletzt wiederholt Probleme bei Tunnel-Arbeiten. Die Linie soll bis zu 300.000 Menschen pro Tag transportieren.

Die Sommerspiele beginnen am 5. August, zuvor muss es noch einen Testbetrieb geben. Ursprünglich sollte die Linie 8,5 Milliarden Real (2,07 Mrd. Euro) kosten, nun könnten es 9,7 Milliarden Real (2,36 Mrd. Euro) werden. Durch die heftigste Rezession seit 1990 und den Wertverlust des Real gegenüber dem US-Dollar sind die Organisatoren der Spiele zum Sparen gezwungen - als eine Maßnahme könnten die Athleten für den Gebrauch von Klimaanlagen zur Kasse gebeten werden.

Das Gesamtbudget - Sportstätten, Infrastruktur, private und öffentliche Gelder - beträgt 38,7 Milliarden Real (9,4 Mrd. Euro) und soll eingehalten werden, um nicht neue Proteste der Bevölkerung gegen die Kosten auszulösen.




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