Letztes Update am Sa, 12.12.2015 11:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Özoguz verurteilt Angriffe auf Flüchtlinge in Sachsen



Berlin (APA/AFP) - Die Integrationsbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), hat die jüngsten Angriffe auf Flüchtlinge in Sachsen verurteilt. „Wenn schon Jugendliche andere Kinder angreifen, weil sie Flüchtlinge sind, kann man nur erahnen, wie viel Hass in den Familien sein muss“, erklärte Özoguz am Samstag in Berlin.

Am Mittwoch hatten Achtklässler in einer Schule im sächsischen Wurzen fünf Flüchtlingskinder bespuckt, mit Steinen beworfen, geschubst und in einer Tür eingeklemmt. Zwei der Kinder wurden dabei verletzt.

Der Vorfall offenbare „fremdenfeindliche Abgründe, für die man Achtklässler nicht verantwortlich machen kann“, erklärte Özoguz. „Wohl aber die Eltern und ein gesellschaftliches Klima, das solche Taten erst möglich macht.“ „Hass und Hetze auf sächsischen Straßen“ hätten den Boden bereitet „für Gewalt gegen Schutzsuchende“.

Özoguz forderte die Gesellschaft zum Widerstand gegen solche Entwicklungen auf. Einem „gesellschaftlichen Klima der Ausgrenzung und des Hasses“ müssten sich alle demokratischen Kräfte entgegenstellen. „Rechtsextreme und Hetzer müssen überall auf unsere öffentliche Gegenwehr treffen.“

Die Integrationsbeauftragte bezog sich in ihren Äußerungen auch auf einen Vorfall vor einer Asylunterkunft im sächsischen Jahnsdorf. Dort wurde ein mit Flüchtlingen besetzter Bus am Donnerstagabend mit Steinen beworfen; zudem wurden Böller gezündet. Der Busfahrer wurde leicht verletzt.

Die Asylbewerber wurden nach dem Angriff zunächst in einer anderen Unterkunft untergebracht. Özoguz sagte, wenn „ein Mob“ sich traue, einen Bus mit Flüchtlingen anzugreifen, „dann liegt das auch daran, dass sie glauben, eine schweigende Mehrheit hinter sich zu haben“.




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