Letztes Update am Sa, 12.12.2015 13:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klima-Gipfel - Aufbruchsstimmung und „großes Kino“ zum Finale



Le Bourget/Paris (APA) - Ob die UN-Klimakonferenz bereits heute, Samstag, oder erst am Sonntag ein Ende findet: Zum Finale haben sich die Reihen in Le Bourget bei Paris gelichtet. Viele Vertreter der Umweltschutzorganisationen waren am frühen Nachmittag nicht an Ort und Stelle, sondern bei Demonstrationen in Paris. Einige Teilnehmer reisten bereits wieder ab, und so war das Gedränge der vergangenen Tage vorbei.

Nach den Appellen von Frankreichs Präsident Francois Hollande, Konferenzleiter Laurent Fabius und UN-Generalsekretär Ban Ki-moon samt Standing Ovationas herrschte nun jedenfalls eine optimistischen Aufbruchsstimmung. „Das war großes Kino“, hieß es vonseiten der österreichischen Delegation. „Da muss jetzt erst jemand aufstehen und sagen ‚Ich will das nicht‘.“

Trotzdem steigt natürlich die Spannung, stellte Global 2000-Klimasprecher Johannes Wahlmüller gegen über der APA fest: „Die Stimmung bei der Klimakonferenz hat in den letzten zwei Tagen einen neuen Höhepunkt der Anspannung gefunden. Die Verhandlungen gehen in die entscheidenden Stunden und viele Verhandler haben Nächte durchverhandelt.“

Aber die Stimmung ist gut, sagte Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen, „obwohl es jetzt darum geht, was im Vertrag stehen wird.“ Man habe jedenfalls von Anfang an gespürt, dass ein Abkommen gewollt werde. Lob gab es von Brunner für den Gastgeber Frankreich, der bisher für einen reibungslosen Ablauf der COP21 gesorgt hat.

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Die gute Organisation zeige, das die „Grande Nation“ ein Gespür für die Anforderungen des internationalen Parketts hat. „Bei anderen Klimagipfeln spielten die NGO wohl eine andere Rolle“, stellte Brunner fest, doch dies sei auch ein Resultat der Anschläge vor einem Monat und den daraus resultierenden Demonstrationsverboten.

Immerhin würde ein erfolgreicher Klimagipfel das erste globale, umfassende Klimaschutzabkommen in der Geschichte bringen. Fabius verkündete, dass er einen Kompromisstext vorlegen wird, mit dem alle Delegierten aus allen Ländern mit erhobenem Kopf heimkehren können, mit dem Gefühl etwas Großes erreicht zu haben.

„Es wird jetzt spannend, ob die einzelnen Staaten das auch so sehen und wirklich ein Abschluss kommt“, zeigte sich Wahlmüller trotzdem noch ein wenig skeptisch. Denn aus Verhandlerkreisen höre man, dass es auch darum geht, dass viele Länder über ihren Schatten springen müssen. „Auch Laurent Fabius ging in seiner Rede darauf ein, dass jetzt die roten Linien für Länder nicht im Vordergrund stehen sollen.“

„Nach einer Woche mit Hochs und Tiefs geht es nun wieder voran“, gab sich ein Vertreter des österreichischen Verhandlungsteams optimistisch. Pikanterweise scheint dies auch mit den warmen Temperaturen, zusammenzuhängen - am Samstag hatte es in Le Bourget immerhin zwölf Grad. Ein gutes Zeichen, denn „die kalten Klima-Gipfel waren immer schwierig“, stellte man rückblickend fest.




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