Letztes Update am Sa, 12.12.2015 14:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vatikan richtet Kommission zur Finanzaufsicht ein



Vatikanstadt (APA) - Nach dem Skandal um finanzielle Missstände und Veruntreuung von Kirchenspenden greift der Vatikan zur Gegenwehr. Das Wirtschaftssekretariat unter der Leitung des australischen Kardinals Georg Pell hat eine Arbeitskommission eingerichtet, die die vatikanischen Finanzen kontrollieren und die Entwicklungen des vatikanischen Wirtschaftsbereichs beobachten soll.

Nach Angaben der vatikanischen Pressesprechers, Pater Federico Lombardi, sollen Mitglieder des Staatssekretariats, des Governatorats, der Vatikan-Vermögensverwaltung APSA und der Vatikanbank IOR der neuen Kommission beitreten. Diese soll die Wirtschaftsprüfungskommission COSEA ersetzen, die der Papst im Sommer 2013 eingerichtet und dann wieder aufgelöst hatte. Im Gegensatz zur COSEA bestehe die neue Kommission nicht aus externen Experten, sondern aus Mitgliedern der vatikanischen Dikasterien, berichtete Lombardi.

Mitglieder der COSEA waren unter anderem der inhaftierte spanische Prälat Lucio Angel Vallejo Balda und die PR-Agentin Francesca Chaouqui, gegen die im Vatikan ein Prozess wegen Entwendung vertraulicher Dokumente über die vatikanischen Finanzen geführt wird. Die beiden sollen die Dokumente den ebenfalls angeklagten Enthüllungsjournalisten Gianluigi Nuzzi und Emiliano Fittipaldi zugespielt haben, die sie für zwei Sachbücher verwendet haben sollen.

Den insgesamt fünf Angeklagten im sogenannten Vatileaks-2-Prozess drohen bis zu acht Jahre Haft. Die letzte Gerichtsverhandlung im Prozess hatte am Montag stattgefunden. Das Verfahren soll erst in zwei Monaten wieder aufgenommen werden.

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