Letztes Update am Sa, 12.12.2015 14:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rom richtet Fonds zur Entschädigung geprellter Kleinanleger ein



Rom (APA) - Die italienische Regierung hat am Samstag die Einrichtung eines Solidaritätsfonds zur Entschädigung von Kleinanlegern angekündigt, die im Zuge der Rettung von vier pleitegegangenen Regionalbanken ihre Ersparnisse verloren haben. Der Fonds sei mit 100 Millionen Euro dotiert, teilte die Regierung mit.

Von der Entschädigung sollen nur Kleinanleger und Kleinunternehmer profitieren. Das Wirtschaftsministerium muss feststellen, nach welchen Kriterien die Entschädigungen erfolgen sollen. Eine Expertenkommission wird von Fall zu Fall prüfen, hieß es in Rom.

Während Sparguthaben, Tages- und Festgeld bis 100.000 Euro auch in Italien unter die Einlagensicherung fallen, werden die 130.000 Inhaber von Aktien und Nachranganleihen der Regionalbanken aber an den Verlusten beteiligt. Damit haben tausende Kleinanleger ihre Ersparnisse verloren. Die vier Pleitebanken sind Banca Marche, die Volksbank Etruria sowie die Sparkasse von Chieti und von Ferrara.

Für Eklat sorgte diese Woche der Fall eines Pensionisten aus der mittelitalienischen Stadt Civitavecchia, der sich erhängt hatte, nachdem er wegen der Pleite der Volksbank Etruria seine Ersparnisse in Höhe von 110.000 Euro verloren hatte. Konsumentenschutzverbände hatten die Regierung zur Entschädigung zugunsten der Kleinanleger gedränt.

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Weil den vier Regionalbanken nach erheblichen Kreditausfällen Kapital fehlte, beschloss die Regierung von Premier Matteo Renzi im November einen Rettungsplan in Höhe von 3,6 Milliarden Euro. Das nötige Geld stammt aus einem privaten Fonds, an dem gesunde Kreditinstitute wie die Bank-Austria-Mutter UniCredit oder Intesa Sanpaolo beteiligt sind. Die faulen Kredite werden in eine Bad Bank ausgelagert. Die vier Institute werden jetzt rekapitalisiert und sollen verkauft werden.




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