Letztes Update am Sa, 12.12.2015 16:33

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Belgiens Verband: Niederlande/Belgien zahlten WM-Lobbyisten



Amsterdam (APA/dpa) - Die Niederlande und Belgien haben in ihrem gemeinsamen Bemühen um die Fußball-WM von 2018 einem afrikanischen „Stimmensammler“ 10.000 Euro bezahlt. Ein entsprechender Bericht der niederländischen Zeitung „Volkskrant“ vom Samstag wurde vom belgischen Fußballverband (KBVB) bestätigt.

Es sei aber nicht um einen Stimmenkauf gegangen, versicherte der Verband: „Er erhielt eine Vergütung für Reisekosten und geleistete Lobbyarbeit.“ Der niederländische Verband (KNVB) kündigte eine Untersuchung an.

„Volkskrant“ zufolge handelte es sich bei dem Lobbyisten um den Guineer Amadou Diallo, der damals die „rechte Hand“ des katarischen Mitglieds des FIFA-Exekutivkomitees, Mohamed bin Hammam, gewesen sei. Hammam war 2012 wegen Korruption lebenslang gesperrt worden. Die Weltmeisterschaft 2018 erhielt Russland, für 2022 ging sie an Katar.

„Ich nehme die von der Zeitung aufgeworfenen Fragen sehr ernst“, erklärte der damalige Generalsekretär des niederländischen Fußballbundes und Chef der belgisch-niederländischen WM-Bewerbung, Harry Been. Man habe damals versucht, „auf unsere eigene Art und Weise“ die FIFA von der Bewerbung zu überzeugen. Dies sei „durch Freundlichkeiten und in sehr begrenztem Rahmen“, mit viel Enthusiasmus und einem guten Plan geschehen. Er könne sich an keinerlei Unregelmäßigkeiten erinnern.

Been verwies darauf, dass die belgisch-niederländische Bewerbung schon 2014 von der FIFA untersucht worden sei. Dabei seien keine Unregelmäßigkeiten entdeckt worden. Die Zeitung „Volkskrant“ zitierte einen FIFA-Sprecher mit der Äußerung, Ermittlungen könnten bei Vorliegen neuer Erkenntnisse jederzeit aufgenommen werden: „Wenn Geld ohne klaren Grund bezahlt wurde, dann besteht zumindest ein Verdacht.“




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