Letztes Update am Sa, 12.12.2015 20:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klima-Gipfel - Umweltschützer: Beim Klimaschutz nicht zurücklehnen



Paris (APA/dpa) - Nach dem Abschluss des Weltklimavertrags haben Umweltschützer und Entwicklungshelfer die 195 UN-Vertragsstaaten vor zu viel Euphorie gewarnt. Die in Paris vorgelegten Maßnahmen reichen nach Einschätzung von Greenpeace längst nicht aus, um die Erderwärmung wie angestrebt deutlich unter zwei Grad zu halten, und schon gar nicht, um sie auf 1,5 Grad zu begrenzen.

„Es ist klar, dass dieses Abkommen nicht das letzte Wort ist“, erklärte Greenpeace-Experte Martin Kaiser am Samstagabend. Deshalb müsse vor allem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel die EU dazu bringen, rasch ihre Klimaziele nachzubessern. Vor allem aber müsse Merkel mit einem deutschen Kohleausstieg zeigen, „dass die Hoffnung aus Paris berechtigt ist“.

Die Präsidentin von Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel, beklagte viele Schlupflöcher in dem Abkommen. Die Herausforderung bestehe nun darin, sofort mit einer ambitionierten Umsetzung zu beginnen. Löblich sei, dass für die Entwicklungsländer ein Finanzpaket geschnürt wurde, um sie bei der Anpassung und bei der Bewältigung von klimabedingten Schäden und Verlusten zu unterstützen. „Leider zeigten mehrere große Schwellenländer und Ölstaaten keine Bereitschaft, sich an diesem Paket zu beteiligen“, kritisierte sie.

Die Pariser UN-Klimakonferenz hatte nach zweiwöchigen Beratungen am Abend eine Vereinbarung zum Kampf gegen den Klimawandel beschlossen. Damit verpflichten sich erstmals nahezu alle Länder zum Klimaschutz.




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