Letztes Update am Sa, 12.12.2015 21:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klima-Gipfel - Rupprechter: Ende des fossilen Zeitalters eingeläutet



Le Bourget/Paris (APA) - Als „historisches Abkommen an einem historischen Tag“ hat Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) das erfolgreiche Resultat der UNO-Klimakonferenz am Samstagabend in Le Bourget bei Paris bezeichnet. „Das Ende des fossilen Zeitalters ist eingeläutet und die Dekarbonisierung unserer Gesellschaft, unserer Energie- und Mobilitätssysteme ist somit gestartet“, sagte der Minister.

Der 12. Dezember 2015 ist ein „guter Tag für die Welt, ein guter Tag für Europa und vor allem ist ein guter Tag für die Kinder“, zeigte sich Rupprechter erfreut. Nicht zuletzt erfolgte die Einigung fast genau einen Monat nach den Attentaten im Paris, was eine Genugtuung sei, so der Umweltminister gegenüber der APA. Er gratulierte Frankreich zu dem Ergebnis: „Am Klimaschutz führt mit dem heutigen Tag kein Weg mehr vorbei“, kommentierte der Umweltminister das Abkommen. „Es ist auch ein klares Signal an Investoren, an die Wirtschaft, an die Politiker, aber auch an jeden Einzelnen bei seinen täglichen Entscheidungen.“

Eines haben die Verhandlungen noch gezeigt, nämlich „dass die EU, wenn sie geschlossen ist, etwas weiter bringen kann. Die Einigkeit macht uns stark, das hat man in Paris gesehen.“ Die EU-28 habe unter Luxemburgs Vorsitz und unter dem Engagement von EU-Klimakommissar Miguel Arias Canete gut verhandelt und „die Geschlossenheit bis zum Schluss durchgehalten.“ Ein weiterer Verdienst der EU sei, die „Koalition der Ambitionierten“ geschmiedet zu haben, die am Schluss mehr als 110 Staaten umfasste.

Zu den Vertragsdetails sagte Rupprechter unter anderem, dass sowohl das anvisierte hohe Ambitionsniveau umgesetzt wurde, wie auch das 1,5-Grad-Ziel, das die am meisten betroffenen Staaten gefordert hatten. Ein rechtlich verbindliches, globales Abkommen sei ebenfalls sichergestellt. „Wir haben ein faires Finanzenpaket geschmiedet“, sagte der Umweltminister zu den jährlich 100 Milliarden Dollar (91 Milliarden Euro), die von den Industriestaaten für Entwicklungsländer bereitgestellt werden. Dass ein Nachschärfen innerhalb der ersten fünf Jahre vorgesehen ist, sieht er als ein klares Signal an die Entwicklungsstaaten.

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Rupprechters Resümee: „Jetzt ist klar zu sagen, es ist nicht das Ende der Verhandlungen, jetzt geht es um das Umsetzen. Wir brauchen eine Dekarbonisierungsstrategie und einen völligen Ausstieg aus den Fossilen bis zur Mitte des Jahrhunderts.“, 2030 soll bereits die Stromversorgung zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energieträgern erfolgen.

Für den österreichischen Delegationsleiter ist der 12. Dezember auch persönlich ein besonderer Tag, sagte er. Denn vor genau vor zwei Jahren, zur selben Stunde, als Konferenzleiter Laurent Fabius heute die historischen Worte „Die Pariser Vereinbarung für das Klima ist angenommen“ sprach, änderte sich Rupprechters politischer Weg und seine neue Karriere als Umweltminister begann.




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