Letztes Update am Sa, 16.01.2016 10:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neue Impf-Initiative für Angehörige des Gesundheitswesens



Wien (APA) - Bei Influenza und bei den Masern ist belegt, dass sich zu wenige Ärzte und andere Angehörige per Impfung gegen Infektionskrankheiten schützen und ihre Patienten anstecken können. Eine beim Österreichischen Impftag am Samstag neu präsentierte Aktion soll weiterhelfen: Ein „Geimpft - Geschützt - Sicher“-Ansteckbutton, mit dem Ärzte & Co. zeigen können, dass sie ausreichend immunisiert sind.

„Sichtbarmachen ohne den Zeigefinger zu erheben und dabei bei sich selbst beginnen. Dies seien die Kernpunkte der unabhängigen Impfinitiative, hieß es beim Impftag in Wien. „Wer sichtbar macht, geimpft zu sein, strahlt Sicherheit aus und ist sicher. Für sich, aber auch für seine Mitmenschen. Es ist ganz einfach zu zeigen, dass man selbst geimpft ist“, erklärte Ursula Wiedermann-Schmidt, Leiterin des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien, eine der Hauptproponenten der Kampagne. Ärzte sollten ihre Bereitschaft für Impfungen zeigen - und auch, dass sie selbst geschützt und somit sicher für ihre Patienten seien.

Der OECD-Bericht „Health at a Glance 2015“ hat vor kurzem ergeben, dass Österreich hinsichtlich der Impfrate gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten hinter Ländern wie Indonesien und Kolumbien rangiert. Bei der Impfrate gegen Masern platziert man sich zum Beispiel hinter Costa Rica, Chile und Mexiko.

„Betrachtet man die Impfsituation in Österreich aus internationaler Perspektive, ist die Lage laut OECD-Bericht als kritisch zu betrachten. Mangelndes Problembewusstsein führt zu Nachlässigkeit. Schon heute erkranken immer mehr Menschen an Krankheiten, für die ein sicherer und kostengünstiger Impfschutz besteht. Dies führt - unnötigerweise - zu individuellem Leid und hohen Kosten“, sagte dazu der Public Health-Experte Armin Fidler, der als gebürtiger Österreicher mehr als 20 Jahre bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Weltbank und bei der Globalen Initiative für Vakzine als Fachmann auf diesem Gebiet gearbeitet hat. Beispielsweise acht Prozent Durchimpfungsrate bei der Influenza in Österreich seien im internationalen Vergleich ganz schlecht. Jene Menschen, die in einem Gesundheitsberuf stünden, hätten eine besondere Verantwortung.

Der Ansteckbutton zeigt neben dem Slogan einen Antikörper, durch den Schutz vermittelt wird und wurde am Samstag beim Österreichischen Impftag an alle jene Tagungsteilnehmer ausgegeben, die signalisieren wollen, dass sie sich und ihre Mitmenschen mittels Impfung schützen. Es gibt Anzeichen dafür, dass in Österreich die Impfskepsis steigt. Während eine Elternbefragung des Karl Landsteiner Institut für pädiatrische Forschung und Fortbildung aus dem Jahr 2013 einen Anteil von rund vier Prozent an Impfgegnern in Österreich auswies, ergab die Gesundheitsbefragung des Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2014 folgendes: Neun Prozent der österreichischen Kinder absolvierten das kostenlose Impfprogramm nicht. Der häufigste Grund (60 Prozent) der Ablehnung des Programmes durch die Eltern der betroffenen Kinder war, dass sie Impfen als schädlich bewerten.




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