Letztes Update am Mi, 20.01.2016 12:56

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Literaturjahr 2016 startet mit Romanen von Gstrein und Köhlmeier



Wien (APA) - Das Literaturjahr 2016 beginnt aus österreichischer Sicht am 1. Februar. An diesem Tag erscheinen bei Hanser Norbert Gstreins großer Roman über Israel und Palästina „In der freien Welt“ und Michael Köhlmeiers neuer Roman „Das Mädchen mit dem Fingerhut“, bei Zsolnay „Am Rand“ des Tiroler Musikers und Autors Hans Platzgumer, der über Tod und Mord, Liebe und Leben geschrieben hat.

Ernst Lothars Roman „Der Engel mit der Posaune“, 1948 als Film ein Welterfolg, wird von Zsolnay wieder aufgelegt. Und von dem rumänischen Staatspreisträger und Nobelpreis-Kandidaten Mircea Cartarescu kommt der Erzählband „Die schönen Fremden“. Doch auch der Rest des Februar bringt viel interessanten Lesestoff. Am 3. Februar erscheinen bei Suhrkamp u.a. „fleurs“ von Friederike Mayröcker, der letzte Teil der mit „etudes“ und „cahier“ begonnenen Trilogie, sowie „Der Trost des Nachthimmels“ von Dzevad Karahasan. Der in Graz und Sarajevo lebende bosnische Autor habe „ein erzählerisches Meisterwerk über Blüte und Zerfall eines islamischen Reiches“ vorgelegt, heißt es aus dem Verlag.

Der Grazer Droschl Verlag bringt am 5. Februar u.a. das literarische Debüt der Tirolerin Friederike Gösweiner („Traurige Freiheit“), den sechsten Dramolette-Band von Antonio Fian („Schwimmunterricht“), den neuen Roman von Thomas Jonigk („Liebesgeschichte“) sowie die überarbeitete Neuausgabe des 1989 erstmals erschienenen Romans „Allemann“ von Alfred Kolleritsch. Im Residenz Verlag erscheint im Februar „Warten auf Gianni“, eine Liebesgeschichte der Journalistin und Autorin Susanne Scholl, bei Haymon berichtet der Deutsch-Türke Selim Özdogan in „Wieso Heimat, ich wohne zur Miete“ vom Leben zwischen den Kulturen. Bei Kremayr & Scheriau erscheinen Erzählungen von Elfriede Hammerl („Von Liebe und Einsamkeit“), Gertraud Klemms Roman „Muttergehäuse“ über „unfreiwillige Kinderlosigkeit und die Wirren der Adoptionsbürokratie“, das Romandebüt der Burgenländerin Petra Piuk („Lucy fliegt“) sowie das Prosadebüt der mit dem Newcomer-Preis beim Literaturwettbewerb in Wartholz ausgezeichneten gebürtigen Dresdnerin Synke Köhler („Kameraübung“).

Der Picus Verlag liefert Ende Februar u.a. Manfred Rumpls Roman „Dieser Tage“ aus, eine Liebesgeschichte in einem Europa nach Zerfall der Union, voller Grenzzäune und mitten in Gesellschafts- und Wirtschaftskrise. Das Romandebüt der Oberösterreicherin Christine Mack („Solange wir träumen“) hat die Geschichte von drei Schwestern im Zentrum. Weiters sind Harald Darers „Schnitzeltragödie“ und der in Wien spielende Wiederaufbauroman „Wie das Leben geht“ von Amaryllis Sommerer angekündigt. Jung und Jung bringt Ende Februar Peter Handkes Tagebucheintragungen der Jahre 2007 bis 2015 „Vor der Baumschattenwand nachts“, den Roman „Ein langes Jahr“, seit 20 Jahren das erste Buch der Bregenzerin Eva Schmidt, und „Gedankenblicke. Lyrik nach alter Weise“ von Günter Brus.

Auch im März geht es Schlag auf Schlag: Kaum ist in der edition suhrkamp Ann Cottens Versepos „Verbannt!“ über eine Fernsehmoderatorin auf einer einsamen Insel erschienen und hat Braumüller „Das letzte Journal“ von Alfred Goubran sowie den Roman „Liebe unter Einzellern“ des Niederösterreichers Philipp Hager („Ein Roman über eine Liebe, die Haare versengt und Brandblasen verursacht.“) ausgeliefert, wartet am 10. März schon „Der Jonas-Komplex“ von Thomas Glavinic. Sein neuer Roman hat 724 Seiten, handelt von „einem Jahr im Leben eines Wiener Schriftstellers, zwischen Drogen, Alkohol und Frauen“ und verspricht „Nebenfiguren wie aus einem Tarantino-Film“. „Die wirkliche Welt trifft auf die Sehnsucht nach einem anderen Leben“, verheißt der Verlag S. Fischer.

Kurz darauf erscheint der neue Roman von Julya Rabinowich im Deuticke Verlag. Im Mittelpunkt von „Krötenliebe“ steht eine Dreiecksbeziehung zwischen Alma Mahler, Oskar Kokoschka und dem aufgrund von Experimenten mit Geburtshelferkröten umstrittenen Biologen Paul Kammerer. Luchterhand bringt im März den neuen Roman von Anna Mitgutsch: „Die Annäherung“ erzählt „die berührende Geschichte einer schwierigen Vater-Tochter-Beziehung“. Im Residenz Verlag erscheint im März Klaus Oppitz‘ „Landuntergang“, die Fortsetzung seiner mit „Auswandertag“ begonnenen satirischen Zukunftsvision eines rechts regierten Österreich. Von Jurij Andruchowytschs Tochter Sofia kommt der Roman „Der Papierjunge“, die iranische Autorin Mojgan Ataollahi schildert im Roman „Ein leichter Tod“ ein Frauenleben im heutigen Iran. Essays und Reden von Martin Pollack versammelt der Band „Topografie der Erinnerung“. Rechtzeitig zum 100. Todestag von Marie von Ebner-Eschenbach am 12. März erscheint Daniela Strigls Biografie der Autorin.

„Der letzte große Trost“ von Stefan Slupetzky kommt am 11. März bei Rowohlt heraus und ist kein Krimi, sondern ausgehend von der eigenen Familiengeschichte, ein „ergreifender Roman über das Reisen, die Suche nach Identität und die Bürde der Geschichte“. Der Haymon Verlag bringt im März u.a. Bettina Balakas Roman „Die Prinzessin von Arborio“, eine Liebesgeschichte zwischen einer schwarzen Witwe und einem Profiler, „das gehörte feuer. orphische skizzen“ über Pasolini, Monroe und Opernsänger Joseph Schmidt von Ferdinand Schmatz, sowie den Band fünf der Stücke von Felix Mitterer. Im Luftschacht Verlag ist u.a. der Debütroman „Verwüstung der Zellen“ des Linzers Markus Mittmansgruber angekündigt, im Limbus Verlag kommt der zweite Roman des Vorarlbergers Bastian Kresser. In „Piet“ geht es um einen Autor, der an seinem zweiten Roman sitzt. Gedichtbände liefern Regina Hilber („Landaufnahmen“) und Erwin Uhrmann („Abglanz Rakete Nebel“).

Mit dem Erzählband „Die Morsezeichen der Zikaden“ debütiert die junge Wienerin Barbara Eder im März im Drava Verlag. In acht Erzählungen erzählt sie „über das Leben, Sterben, Arbeiten und Auswandern aus den verwundeten Zonen zwischen Asien und Europa, seinem Westen und seinem Osten“. Der Erzählband „Uhrzeit“ von Marlen Schachinger kommt im März im Otto Müller Verlag heraus. Mitte März bringt der Czernin Verlag einen Band „Texte mit Tieren“ von Christian Futscher („Was mir die Erdmännchen erzählen“). Im Wieser Verlag startet die auf zwölf Bände angelegte Gesamtausgabe der Werke Wilhelm Pevnys mit den in den 1980er-Jahren erschienenen Romanen „Trance“ und „Mord“, dazu gibt es etwa Krimis von Ivan Ivanji („Stalins Säbel“) und Andreas P. Pittler („Tod im Hamam“).

„Das Buch vom Süden“ heißt der neue Roman von André Heller, dessen Präsentation hoffentlich von einer kräftigen Frühlingssonne begleitet wird. Der Roman, laut Zsolnay Verlag „das Porträt einer bewegten Zeit, ein Buch voller wunderbarer Geschichten und skurriler Typen, der Lobgesang auf eine Welt, die es nicht mehr gibt“, wird am 9. Mai im Burgtheater vorgestellt.




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