Letztes Update am So, 07.02.2016 23:56

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Medien: Tschechien zahlte Lösegeld für entführte Frauen in Pakistan



Prag (APA/AFP) - Tschechien hat laut einem Medienbericht sechs Millionen Dollar (5,4 Millionen Euro) Lösegeld für zwei entführte Frauen in Pakistan gezahlt. Dies berichtete die Wochenzeitung „Respekt“ am Montag.

Die beiden tschechischen Psychologiestudentinnen Hana Humpalova und Antonie Chrastecka waren im März 2013 in der pakistanischen Provinz Baluchistan entführt worden, nachdem sie mit einer bewaffneten Eskorte auf dem Landweg vom Iran eingereist waren.

Die beiden damals 24-jährigen Frauen baten in einem kurz nach ihrer Entführung veröffentlichten Video um die Freilassung der pakistanischen Neurowissenschaftlerin Aafia Siddiqui, die 2010 in den USA wegen Terrorvorwürfen zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden war. Nach zwei Jahren in Gefangenschaft verkündete der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka am 28. März 2015 dann die Freilassung der beiden Frauen.

Laut dem Bericht von „Respekt“ wurden die Verhandlungen mit den Entführern im Auftrag des tschechischen Sicherheitsrats geführt. „Die Gespräche waren nicht einfach, aber am Ende wollte keiner von uns die Verantwortung für den Tod von zwei jungen Frauen übernehmen“, sagte ein Teilnehmer. Die Entscheidung zur Zahlung des Lösegelds sei einstimmig getroffen worden. Ein Regierungssprecher sagte, Sobotka werde den Bericht nicht kommentieren.

Der Bericht erscheint wenige Tage nach der Freilassung von fünf Tschechen im Libanon, die im Juli entführt worden waren. Laut einem Vertreter der libanesischen Sicherheitskräfte steht ihre Freilassung in Verbindung mit der Freilassung des Libanesen Ali Taan Fayyad in Prag. Fayyad war 2014 auf Ersuchen der USA wegen Waffenhandels festgenommen worden. Der US-Botschafter in Prag kritisierte, der Austausch werde „Terroristen und Kriminelle“ ermutigen.




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