Letztes Update am Mi, 23.03.2016 15:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Doku-Festival „Visions du Reel“: Österreich-Beitrag im Wettbewerb



Nyon (APA) - Das Dokumentarfilmfestival Visions du Reel im schweizerischen Nyon macht eine Verjüngungskur: Das Schwerpunktthema der 47. Ausgabe, die am 15. April startet, ist die Jugend. Im Langfilm-Bewerb finden sich 20 Filme aus 14 Ländern und mit Christian Krönes‘ „Ein Deutsches Leben“ ist heuer auch ein österreichischer Beitrag dabei. Insgesamt sind 180 Filme aus 49 Ländern auf dem Festival vertreten.

Gezeigt werden im Rahmenprogramm auch zwei derzeit viel diskutierte Filme renommierter Regisseure. In „Where to Invade Next“ will der US-Amerikaner Michael Moore die sozialen Ressourcen anderer Länder plündern, während Gianfranco Rosi für seinen Berlinale-Siegerfilm „Fuocoammare“ die Insel Lampedusa besucht hat. Die beiden Filme werden in Sondervorführungen gezeigt.

„Rebellisch oder verträumt, auf der Suche nach Freiheit und willentlich zukunftsorientiert“, das Thema Jugend sei im aktuellen Programm allgegenwärtig, ließ sich der Festivaldirektor Luciano Barisone am Mittwoch in einer Mitteilung zitieren. In der kanadisch-deutschen Produktion „Gulistan, Land of Roses“ zeigt Regisseurin Zayne Akyol junge Peschmerga-Kämpferinnen in Kurdistan. Die Norwegerin Aslaug Holm hat für ihr Werk „Brothers“ acht Jahre lang die „scheinbare Trivialität des Alltags“ ihrer beiden jungen Söhne gefilmt. „Patriotic Lession“ zeigt einen patriotischen Gesangswettbewerb für polnische Kinder.

Der mit Unterstützung des Film-/Fernsehabkommens des ORF entstandene Beitrag „Ein Deutsches Leben“ widmet sich der Lebensgeschichte der ehemaligen Sekretärin von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels. Der Streifen von Christian Krönes (Blackbox Film) feiert auf dem Festival seine Weltpremiere und rückt die mittlerweile 105-jährige Brunhilde Pomsel ins Licht, die von 1942 bis 1945 im Vorzimmer von Hitlers Propagandaminister arbeitete.

Das Festival endet am 23. April. Der Gewinnerfilm des Langfilmwettbewerbs erhält den Goldenen Sesterz und ein Preisgeld in der Höhe von 20.000 Franken (rund 18.400 Euro).

(S E R V I C E - www.visionsdureel.ch)




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