Letztes Update am Mi, 20.04.2016 18:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Hypo-U-Ausschuss - Ex-CSI-Anwalt: Skurrile Begründen bei Kreditfällen



Wien/Klagenfurt (APA) - Der Wirtschaftsanwalt und ehemalige CSI-Hypo-Mann, Johannes Zink, hat am Mittwoch im Hypo-U-Ausschuss die verantwortungslose Kreditpolitik der Hypo Alpe Adria kritisiert. Es seien „skurrile Begründungen“ bei Kreditfällen angeführt worden, etwa 2 Mio. Euro fürs Rasenmähen, 18 Mio. Euro für einen Golfplatz und 2 Mio. Euro zur Rasenverlegung.

Beim Rasenmähen-Kreditfall habe es sich um „eine Schotterlandschaft“ gehandelt. „Schauen sie sich Google Maps an“, sagte Zink am Mittwochnachmittag. Die meisten später notleidenden Kredite habe die Hypo für Hotelprojekte in Kroatien im Zeitraum 2003 bis 2006 vergeben.

Der Wirtschaftsanwalt sieht vor allem vier Gründe für die Schieflage der Hypo Alpe Adria: Die Bank habe Kredite ohne Sicherheiten vergeben, drastische Überfinanzierungen auf Basis falscher Schätzwertgutachten gemacht, wirtschaftliche Berechtigte verschleiert und die Kredite sofort ausgezahlt und nicht nach Projektfortschritt und Erfolgskontrolle. Es sei auffällig gewesen, wenn Projektgesellschaften ihre Millionen-Kredite nicht zurückzahlen konnten, dass dann die notleidenden Gesellschaften von der Hypo über die Consultants Gruppe gekauft wurde. Zink ortet in vielen Hypo-Kreditfällen einen Vorsatz bei der Kreditvergabe: An Kreditnehmer, die bereits keine Raten mehr zurückzahlten, dürfte man eigentlich keine neuen Kredit vergeben.

Zink war bei der Rechtsanwaltskanzlei hba Rechtsanwaltsanwärter zwischen 2007 und 2012 und dann Partner und geschäftsführender Gesellschafter. Seine Kanzlei habe im Rahmen der Hypo-Aufarbeitung mit insgesamt 29 Mitarbeitern 80 Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingebracht und nach eigenen Angaben mehr als 170 Mio. Euro wieder in die Hypo und dann Hypo-Abbaugesellschaft Heta zurückgeführt. Das Hypo-Honorar für die hba-Kanzlei soll über sieben Mio. Euro betragen.

Mehrfach kritisierte Zink die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Hypo-Chef Gottwald Kranebitter und dem Hypo- Aufsichtsratschefs Johannes Ditz. Es habe zwischen Mitte 2010 und Mitte 2013 „unzureichende Unterstützung“ der Hypo CSI durch die Bankorgane gegeben. Die hba-Kanzlei habe deswegen „mehrmals angeboten, das Mandat zurückzulegen“. Erst nach dem Ausscheiden von Dietz und Kranebitter sei es mit der Kooperation deutlich einfacher geworden. Die Tätigkeit der CSI habe zu keiner Blockade der Geschäftstätigkeit geführt, betonte der Wirtschaftsanwalt. „Der Vorstand hat uns blockiert.“ Die hba-Anwälte hätten wochen- oder monatelang Unterlagen nicht bekommen.




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