Letztes Update am Mi, 11.05.2016 12:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nachhaltige Geldanlagen wuchsen 2015 um 14 Prozent



Wien (APA) - Nachhaltige Geldanlagen, bei denen neben finanziellen auch ökologische und soziale Kriterien eine wichtige Rolle spielen, haben 2015 erneut an Bedeutung gewonnen. Das Volumen der nachhaltigen Fonds und Mandate wuchs im Vorjahr um 14 Prozent auf 10,2 Mrd. Euro, wie der Fachverband Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) am Mittwoch berichtete.

Bei den nachhaltigen Fonds und Mandaten gab es Nettozuflüsse von rund 940 Mio. Euro. Der gesamte Investmentfondsmarkt ist im Vorjahr vergleichsweise um nur 3 Prozent bzw. 4,5 Mrd. Euro auf 162,7 Mrd. Euro gewachsen. Der Anteil der nachhaltigen Geldanlagen stieg um 0,6 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent.

„Es ist ein positives Signal, dass nachhaltige Investmentfonds und Mandate hierzulande innerhalb des Gesamtmarktes überdurchschnittlich zugelegt haben“, so FNG-Österreich-Leiter Wolfgang Pinner in der Aussendung. Nachhaltigkeitskriterien würden auch mit Blick auf die Analyse und Identifikation von Risiken immer wichtiger, betont Pinner.

Die Wachstumsrate von 14 Prozent liegt niedriger als im Mittel der vergangenen zehn Jahre. Von 2005 bis 2015 betrug das durchschnittliche Wachstum 24 Prozent. Vor allem bei den Investmentfonds war 2015 ein geringeres Plus von nur mehr 3 Prozent auf 5,81 Mio. Euro festzustellen. Dagegen hat es bei den Mandaten ein Wachstum von 33 Prozent auf 4,41 Mio. Euro gegeben.

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Eine Besonderheit des nachhaltigen Anlagemarktes in Österreich ist die starke Vorliebe für Ausschlüsse bestimmter Branchen oder Themen. Zu den wichtigsten Ausschlusskriterien zählen dabei Waffen, Kernkraft, Pornografie und Menschenrechtsverletzungen. Dahinter folgen Tabak, Gentechnik, Arbeitsrechtsverletzungen, Tierversuche, Korruption und Bestechung sowie Glücksspiel.

Für Staaten stellt die Todesstrafe das wichtigste Ausschlusskriterium dar, gefolgt von Diktaturen, Verstößen gegen Waffensperrverträge und Korruption. Die Nichtratifizierung von Umweltkonventionen hat im Vorjahr das Kriterium Kernenergie vom fünften Platz verdrängt.

Die beliebteste Anlageklasse sind Unternehmensanleihen (40 Prozent), Staatsanleihen (35 Prozent) und Aktien (19 Prozent). Zusammengenommen sind 98 Prozent des gesamten finanziellen Volumens an nachhaltigen Geldanlagen in Aktien und Anleihen investiert. 77 Prozent der Gelder werden unverändert von institutionellen Investoren - überwiegend Pensions- und Vorsorgekassen - gehalten, 33 Prozent von privaten.

Auch in Deutschland und der Schweiz haben die nachhaltigen Geldanlagen zugelegt. Im gesamten deutschsprachigen Raum sind laut FNG die Investments im Vorjahr um 65 Prozent auf 326 Mrd. Euro angewachsen. In allen drei Ländern konnte das nachhaltige Segment ein höheres Plus verzeichnen als sein konventionelles Pendant.




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