Letztes Update am Di, 07.06.2016 13:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kettenreaktion in Messehalle als Auftakt der Grazer ECSITE-Konferenz



Graz (APA) - Ein Impuls löst den nächsten aus - und am Ende wird in Zusammenarbeit verschiedenster „Konstrukteure“ eine große Aufgabe gelöst: In Graz wurde am Dienstag zum Auftakt der europäischen Konferenz ECSITE eine riesige „Kettenreaktionsmaschine“ in der Grazer Messehalle A in Gang gesetzt. Schüler, Studenten, Forscher und Privatpersonen haben sich am Bau des komplexen Gebildes beteiligt.

Es raschelt, knistert, blubbert und klickt: Die „Kettenreaktionsmaschine“ ist eine auf den ersten Blick chaotisch wirkende, unübersichtliche und sehr komplexe horizontale Konstruktion aus Bahnen, Wippen, Hebeln, Schienen, in der unter Nutzung von mechanischer und kinetischer Energie ein Impuls weitergegeben wird. Sie besteht aus rund 85 separat gebauten Modulen auf Europaletten. Anfangs- und Schlusselemente verbinden die Paletten, so dass der Impuls in der absurd anmutenden Apparatur die gesamte Messehalle A durchläuft.

Die Konstruktionsteams mussten nicht nur ihr technisches und mechanischen Wissen aktivieren, um die Reaktionskette bis zum Abschluss aufrecht zu erhalten. Sie mussten die Ideen auch handwerklich umsetzen, schilderte Organisator Jörg Ehtreiber, Direktor des Kindermuseum Frida & Fred in Graz. So wurde in den vergangenen Tagen in der Steiermark in Dutzenden Gruppen in Schulen und Kindergärten, Fachhochschulen und Universitäten aber auch Unternehmen getüftelt, gebohrt, geschraubt und gehämmert. Produkt ist ein Objekt, als sichtbares Zeichen, dass Wissenschaft, Forschung und Technik Bewegung ins Leben aller bringen, wenn das Zusammenspiel funktioniert.

Der Bau der „Kettenreaktionsmaschine“ erfolgte im Rahmen der „ECSITE Annual Conference“ in Graz. Sie wurde vom Science Center Netzwerk mit Vorsitzender Margit Fischer in die steirische Landeshauptstadt gebracht. Gestartet wurde die Konstruktion in Anwesenheit der Gattin von Bundespräsident Heinz Fischer durch Bildungslandesrätin Ursula Lackner (SPÖ). „Ich bin erstaunt, wie unglaublich viel Fantasie in den Konstruktionen steckt. Hier wird wunderbar sichtbar gemacht, wie viel Freude und Spaß Lernen und Arbeiten machen kann“, sagte Margit Fischer zur APA.

Das jährliche Treffen der führenden Fachleute auf dem Gebiet der Wissenschafts- und Forschungsvermittlung findet erstmals in Österreich statt. Rund 1.000 Experten werden bis zum 11. Juni der Frage nachgehen, wie Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung am besten an die breite Öffentlichkeit vermittelt werden können.

In rund 80 parallelen Sessions, Plenarvorträgen, Workshops und Diskussionen soll aus unterschiedlichen Blickwinkeln diskutiert werden, wie Wissenschaft und Technik anregend dargestellt und verständlich dargeboten werden kann. Ausgerichtet wird die Konferenz vom österreichischen ScienceCenter-Netzwerk, dem Grazer Kindermuseum Frida & Fred und dem Universalmuseum Joanneum. Das „European Network of Science Centers and Museums“ (ECSITE) bündelt etwa 400 Science Center, technische und naturhistorische Museen und Forschungseinrichtungen, die Lust auf Wissenschaft und Technik machen wollen.

( S E R V I C E - An der „Kettenreaktionsmaschine“ kann am Mittwoch ab 13.00 Uhr noch weitergebaut werden. Am 9. Juni wird sie um 16.00 Uhr ein weiteres Mal gestartet.)




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