Letztes Update am So, 21.08.2016 12:46

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nigerianische „Ölrebellen“ im Nigerdelta verkündeten Waffenruhe



Port Harcourt (APA/AFP) - In Nigeria hat die Rebellengruppe Rächer des Nigerdeltas (NDA) nach monatelangen Angriffen eine Waffenruhe ausgerufen. In einer am Samstagabend auf ihrer Internetseite veröffentlichten Erklärung versichert die Gruppe, sie werde die Feindseligkeiten im Nigerdelta einstellen und sei bereit, Verhandlungen mit der nigerianischen Regierung aufzunehmen.

Sie werde auch jede Bemühung unterstützen, mit „Vertretern der Heimatländer aller multinationalen Ölgesellschaften und neutralen internationalen Vermittlern“ zu verhandeln. Im Gegenzug solle die Regierungsseite aufhören, „unschuldige Bürger zu verhaften, einzuschüchtern und zu drangsalieren“.

Insbesondere die Invasion von Gemeinden der Ijaw müsse aufhören, heißt es in der Erklärung. Aus der Volksgruppe der Ijaw, die sich durch die nigerianische Zentralregierung in Abuja um den Ölreichtum in ihrer Heimat betrogen sieht, werden seit langem die meisten Guerillakämpfer rekrutiert.

Die Rächer des Nigerdeltas verübten seit Jahresbeginn eine Reihe verheerender Anschläge auf Pipelines und Anlagen von Ölkonzernen, darunter von Shell, Exxon, Chevron, Eni und des nigerianischen Staatsunternehmens NNPC. Die Rebellenorganisation verlangt unter anderem Selbstbestimmung und politische Autonomie sowie einen größeren Anteil des Ölreichtums für die Bevölkerung des Nigerdeltas.

Durch die Sabotageakte wurde die Produktion im größten Ölförderland auf dem afrikanischen Kontinent empfindlich gestört. Die Einnahmen aus dem Ölsektor machen 70 Prozent der Staatseinnahmen und 90 Prozent aller Exporteinnahmen des westafrikanischen Landes aus.




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