Letztes Update am So, 21.08.2016 16:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Teheraner Minister warnt vor „Krankheit Intoleranz“ im Iran



Teheran (APA/dpa) - Der reformorientierte iranische Kulturminister Ali Jannati hat vor der „Krankheit Intoleranz“ im Land gewarnt. Besonders schlimm sei es, wenn Ansichten aus politischen Erwägungen als unislamisch eingestuft würden. „Intoleranz ist eine der größten Krankheiten in unserer Gesellschaft und eine Gefahr für das Land“, sagte Jannati am Sonntag vor Akademikern in Teheran.

Anstatt zu versuchen zu verstehen, würden im Iran Andersdenkende einfach ausgeschaltet, sagte der Minister laut Nachrichtenagentur ISNA. „Diese Einstellung verursacht nur Schäden für unser politisches System.“ Intoleranz behindere die Entwicklung des Irans, obwohl gerade der schiitische Islam sich in der Geschichte wegen der Akzeptanz divergierender Ansichten immer weiterentwickelt habe.

Jannati ist der umstrittenste Minister im Kabinett von Präsident Hassan Rouhani. Sein Vater Ahmad gehört zu den prominentesten Hardline-Klerikern des Landes. Er selbst ist wegen seiner liberalen - und kritischen - Äußerungen im Umgang des Irans im Internet, Musikkonzerten, Film und Medien beim Klerus und bei den Hardlinern aber unbeliebt. Die iranischen Medien nennen ihn den Minister „mit den meisten Gelben Karten“.




Kommentieren