Letztes Update am Mo, 22.08.2016 08:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


E.ON-Tochter Uniper kämpft mit schwachem Stromgeschäft: Riesenverlust



Düsseldorf (APA/Reuters/dpa) - Der E.ON-Kraftwerkstochter Uniper brechen im schwächelnden Stromgeschäft die Gewinne weg. Vor dem geplanten Börsengang verbuchte die deutsche Uniper im Halbjahr einen Nettoverlust von 3,9 Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Ursache hierfür waren vor allem die bereits von E.ON bekanntgegebenen milliardenschweren Abschreibungen auf Kraftwerke.

Dank Zuwächsen wegen günstiger Gaslieferverträge im Handelsgeschäft konnte Uniper zwar das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um 50 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro steigern. In der europäischen und russischen Stromerzeugung schrumpften aber die Ergebnisse. Die niedrigen Stromhandelspreise in Deutschland und Skandinavien machen den Düsseldorfern weiter zu schaffen.

E.ON will Mitte September rund 53 Prozent der Anteile von Uniper abspalten und den eigenen Aktionären ins Depot legen. Mittelfristig will E.ON auch die verbleibenden 47 Prozent an Uniper versilbern, allerdings nicht vor 2018.

In der europäischen Stromerzeugung fiel das Ergebnis im Halbjahr um ein Fünftel auf 400 Mio. Euro. Außerhalb Europas fuhr Uniper sogar nur noch fünf Mio. Euro nach 150 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum ein. Ursache sei der Brand im russischen Kraftwerk Beresowskaja 3 gewesen. Die Reparaturarbeiten würden nicht vor Mitte 2018 beendet sein. Zuvor hatte Uniper einen Zeitraum bis mindestens Ende 2017 genannt.

Uniper-Chef Klaus Schäfer sieht trotz der Probleme eine „gute Basis für die Börsennotierung im September“. Mut machten auch die Verbesserung des regulatorischen Umfeldes in wichtigen Auslandsmärkten und die zuletzt wieder gestiegenen Großhandelspreise für Strom, sagte der Manager.

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