Letztes Update am Mo, 22.08.2016 09:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Von Pakistan nach Afghanistan zurückgewiesene Flüchtlinge in Not



Kabul/Islamabad (APA/dpa) - Humanitäre Helfer haben vor tödlichen Konsequenzen für Hunderttausende afghanische Flüchtlinge gewarnt, die aus Pakistan in ihr vom Krieg zerrissenes Land zurückgetrieben werden. Nur wenige Rückkehrer würden Hilfe bekommen, sagte die Direktorin der Organisation Norwegischer Flüchtlingsrat (NRC), Kate O‘Rourke, einer Mitteilung zufolge. „Diese Menschen fallen durch die Lücken.“

Die internationale Gemeinschaft müsse dringend Mittel bereitstellen. Viele Familien hätten kein Dach über dem Kopf, Kinder seien sichtlich unterernährt, es gebe kein Trinkwasser.

Pakistan beherbergt seit Jahrzehnten rund 1,5 Millionen Flüchtlinge, die bei den Vereinten Nationen registriert sind. Zusätzlich leben dort etwa einer Million unregistrierter Afghanen. Es ist eine der größten afghanischen Flüchtlingsgemeinden der Welt. Pakistan erhält nur wenig Unterstützung. Seit Anfang 2015 werden die Afghanen in Pakistan zunehmend von Sicherheitskräften bedrängt.

Nach am Sonntag von der Internationalen Organisation für Migration (IOM) veröffentlichten Zahlen sind seit Mitte Juli 67.224 Afghanen aus Pakistan nach Afghanistan zurückgekehrt, seit Jänner mehr als 101.000. IOM beobachtet nur die in Pakistan nicht offiziell als Flüchtlinge registrierten Afghanen. Diese haben weder dort noch in Afghanistan Anspruch auf Hilfe.

Auch die Zahl der UNO-registrierten Rückkehrer steigt. Die UNO hat für sie jüngst die finanzielle Hilfe verdoppelt, auf 400 Dollar pro Person. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur sagten einige Rückkehrer, das sie mangels Perspektive in Afghanistan das Geld in die Flucht eines ihrer jungen Männer nach Europa investieren wollen.




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