Letztes Update am Mo, 22.08.2016 11:29

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Spitalsärzte - 92,78 Prozent 2 - Beratungen folgen am Mittwoch



Wien (APA) - In der Ärztekammer wird über das Ergebnis der Abstimmung diskutiert - und zwar am Mittwoch: Die Kurie der angestellten Ärzte wird in einer außerordentlichen Sitzung das weitere Vorgehen zunächst beraten und dann „entsprechende Protestmaßnahmen“ beschließen, wie es in der Aussendung hieß.

Die Frage, die den KAV-Medizinern in der Online-Abstimmung gestellt wurde, lautete: „Würden Sie sich aktiv an Protestmaßnahmen bis hin zu einem Streik im Wiener Krankenanstaltenverbund beteiligen?“ Die Beteiligung bei der Umfrage betrug laut Kammer 63,49 Prozent. 2.313 Stimmen wurden abgegeben. 2.146 der Teilnehmer stimmten möglichen Protestmaßnahmen zu. 86 Ärzte erklärten, sich gegebenenfalls nicht an einem Streik beteiligen zu wollen, 81 Stimmen waren ungültig.

Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres sieht nun vor allem den KAV gefordert: „Die Wiener Kollegenschaft hat ein klares Machtwort gesprochen. Falls der KAV auf seiner Linie beharrt und weiter das Ziel von Personalausdünnung und Leistungsminimierung verfolgt, werden wir dieses Mandat sehr ernst nehmen und gegebenenfalls auch umsetzen.“

Der KAV versicherte seinerseits in einer ersten Reaktion, dass man das Ergebnis zur Kenntnis nehme. Man erkenne darin „noch bestehende Verunsicherung und Sorgen der Ärztinnen und Ärzte, was die neuen Dienstzeiten betrifft“, konstatierte KAV-Generaldirektor Udo Janßen. An der Umsetzung des vereinbarten Pakets führe aber „kein Weg vorbei“.

Teil der Abmachung sei gewesen, dass den Ärzten ein um 30 bis 50 Prozent höheres Gehalt ausbezahlt werde. „Dieses höhere Gehalt bekommen die Ärzte nun seit über einem Jahr. Jetzt ist es höchst an der Zeit, dass auch der andere Teil der Vereinbarung - nämlich eine Reduktion der Nachtdienste, dafür aber eine höhere Tagespräsenz - umgesetzt wird“, urgierte Janßen.

Neue Reduktionen seien nicht vorgesehen, beteuerte er. Mehr als ein Drittel der Abteilungen würde bereits nach den neuen Dienstzeiten arbeiten: „Warum das nun Proteste oder gar Streiks erforderlich machen sollte, entzieht sich meinem Verständnis.“




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