Letztes Update am Mo, 22.08.2016 11:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zahl der Toten im Anti-Drogenkampf auf Philippinen verdoppelt



Manila (APA/Reuters) - Auf den Philippinen hat sich die Zahl der im Zusammenhang mit Drogenkriminalität getöteten Menschen seit der Ausrufung eines „Kriegs gegen Drogen“ durch Präsident Rodrigo Duterte im Mai verdoppelt. Nach einer Auflistung, die Polizeichef Ronald Dela Rosa am Montag einem Senatsausschuss vorlegte, starben seit Mai 1.800 Menschen, hauptsächlich als Drogendealer oder -Konsumenten verdächtigte Personen.

Niemand wurde dafür zur Rechenschaft gezogen. Der Senatsausschuss untersucht außergerichtliche Tötungen durch die Polizei. Duerte war im Mai ins Amt gekommen und hatte Polizisten aufgerufen, gegen Kriminelle „tödliche Gewalt“ anzuwenden. In der vergangenen Woche hatten Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen die Regierung in Manila aufgefordert, außergerichtliche Hinrichtungen im Drogenkampf zu stoppen.

Unterdessen relativierte Außenminister Perfecto Yasay Dutertes Drohung vom Wochenende, aus der UNO auszutreten und zusammen mit China und anderen Ländern ein neues Forum zu gründen. Die Philippinen blieben UNO-Mitglied, betonte Yasay. Dutertes Äußerungen seien Ausdruck „tiefer Enttäuschung und Frustration“ über die Weltorganisation. Zugleich beteuerte Yasay, der Präsident habe zugesagt, Menschenrechte im Drogenkampf zu achten.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA173 2016-08-22/11:23




Kommentieren