Letztes Update am Mo, 22.08.2016 11:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Das Warten hat ein Ende: Neues Album von Frank Ocean - Popnews



Wien (APA) - *

Er hat die Geduld seiner Fans gehörig strapaziert: Vor vier Jahren schlug das offizielle Debüt des US-R‘n‘B-Sängers Frank Ocean, „Channel Orange“, vor allem in seiner Heimat voll ein und machte ihn zum Star. Nur auf Nachschub musste man lange warten - bis jetzt. In den vergangenen Wochen hatte Ocean die Spekulationen in den digitalen Weiten mit diversen Tweets selbst weiter angefacht. Und nun: Am Wochenende erschien mit „Endless“ sowohl ein Videoalbum als auch eine „reguläre“ Platte, die der 28-Jährige „Blonde“ taufte. Dass er Verwirrspiele mag, belegt auch die auf dem Coverartwork ersichtliche Schreibweise „blond“. Zudem scheinen derzeit verschiedene Tracklisten für das Werk auf, das bisher vorwiegend online vertrieben wird. Und die Musik? Dem ersten Eindruck nach hat Ocean nichts von seinen Fähigkeiten eingebüßt, serviert entschleunigten und leicht artifiziell angehauchten Pop in bester Form. Das Warten hat sich also gelohnt.

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Ziemlich unermüdlich arbeitet sich David Eugene Edwards mit seinem Projekt Wovenhand an erdigem Rock ab. Im 15. Bandjahr erscheint mit „Star Treatment“ Anfang September die bereits achte Studioplatte, für die der US-Amerikaner wenig an seiner bekannten, gleichzeitig bestens erprobten Rezeptur verändert hat und eindrucksvolle Gitarrenwände mit mächtigem Drumming kombiniert. Das kann sich in repetitiv anmutenden Stücken wie dem Opener „Come Brave“ entladen, oder aber man sieht sich einer dezent psychedelisch angehauchten Ausformung gegenüber wie im mit acht Minuten längsten Stück des Albums, „All Your Waves“. Live sind Wovenhand am 17. September im Wiener Flex zu erleben.

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Pop und Klassik zu mischen hat schon immer ein gewisses Selbstbewusstsein erfordert. „Brave Enough“ war nun Lindsey Stirling zum bereits dritten Mal - die US-Geigerin hat ein so betiteltes Album jüngst veröffentlicht und kreuzt ihr Instrument darauf mit allerlei elektronischen Spielereien und Disco-Beats. Für entsprechende Abwechslung im vorwiegend instrumentalen Feld sorgen Gastsänger wie Christina Perri oder ZZ Ward. So oder so wird mit reichlich Pathos und Schmalz gearbeitet, aber Anhänger dieser dick zugekleisterten Songskizzen wird das auch diesmal zufriedenstellen. Für den Rest reicht wohl die Berieselung im Formatradio, um entsprechende Vorurteile bestätigt zu bekommen.

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Ein recht intimes Porträt sowie musikalisches Denkmal ist die neue, am 14. Oktober erscheinende Platte von Suzanne Vega geworden. Die US-Sängerin hat sich in ihre Landsfrau, die Schriftstellerin Carson McCullers, hineingefühlt und erzählt auf „Lover, Beloved: Songs From An Evening With Carson McCullers“ aus dem Leben und über die Themen der 1967 verstorbenen Autorin, die mit Romanen wie „Das Herz ist ein einsamer Jäger“ Erfolge feierte. „Sie war eine der ersten Frauen, die über Bürgerrechte und die Kämpfe der Farbigen in den Südstaaten geschrieben hat“, wird Vega in einer Mitteilung zitiert. Hervorgebracht hat die intensive Auseinandersetzung ein oft leichtfüßiges, bei Zeiten sehr zurückgenommenes Werk, das zwischen Swing, Jazz und Pop changiert. Im Zentrum steht aber ohnehin Vegas einnehmendes Timbre.

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Eine Spur extrovertierter als der Vorgänger ist nach eigenen Angaben Sophie Ellis-Bextors neue Platte ausgefallen: Sei die 2014er Arbeit „Wanderlust“ eher Osteuropa und Wodka verbunden gewesen, habe sie für „Familia“ die Sonne Südamerikas eingefangen. Die erste Single „Come With Us“ unterstreicht diese Aussage relativ gut, ist ein beschwingter Elektro-Pop-Track geworden und macht eindeutig Lust auf das am 16. September in den Handel kommende Album. Zusammengearbeitet hat sie dafür neuerlich mit Ed Harcourt, der schon vor zwei Jahren als Songschreiber, Arrangeur und Produzent an ihrer Seite war.

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Ein Star trifft auf Stars: US-Musikurgestein Barbra Streisand veröffentlicht diesen Freitag „Encore“. Darauf finden sich zehn Duette mit Schauspielern, die der 74-Jährigen für einige Broadway-Klassiker ihre Stimmen anvertrauten. Da schmettert beispielsweise Hugh Jackman mit der großen Streisand „Any Moment Now“, ist Komikerin Melissa McCarthy auf „Anything You Can Do“ zu erleben oder verlangt Antonio Banderas „Take Me To The World“. Die Liste lässt sich mit Jamie Foxx, Anne Hathaway und Alec Baldwin beliebig fortsetzen. In einer Deluxe-Version gibt es zudem vier weitere Streisand-Solostücke.

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Popmusik für ein sehr junges Publikum bieten die iBros. Das niederösterreichische Brüderpaar, selbst gerade im Teenager-Alter und aus der ORF-Sendung „okidoki“ bekannt, hat nach dem „Start“ betitelten Debütalbum im Vorjahr einen neuen Song vorgelegt. Passenderweise hört dieser auf „So muss Sommer“ und versprüht entsprechendes Urlaubsfeeling, wie auch das dazugehörige Video unterstreicht.




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