Letztes Update am Mo, 22.08.2016 14:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland: Hamsterkauf-Aufruf ohne konkrete neue Bedrohungslage



Berlin (APA/Reuters) - Der Aufruf an die Bevölkerung zum Anlegen von Lebensmittelvorräten steht nach Darstellung der deutschen Regierung nicht im Zusammenhang mit der angespannten Sicherheitslage. Das neue Zivilschutzkonzept, das am Mittwoch vom Kabinett beraten werden solle, sei vielmehr die „Fortschreibung einer Konzeption, die letztmalig im Jahr 1995 aktualisiert“ worden sei, hieß es am Montag.

Das Konzept sei bisher geprägt gewesen „von der sicherheitspolitischen Entspannung nach Beendigung des sogenannten Kalten Kriegs“, erklärte Innenministeriums-Sprecher Johannes Dimroth. Es sei daher gemeinsame Erkenntnis, dass das Konzept von 1995 überarbeitet werden müsse.

Dimroth unterstrich, es handle sich um ein langfristiges Vorhaben, das nun auf der Zielgeraden sei. „Insofern fällt das auch nicht unmittelbar jetzt in eine neue Bedrohungsanalyse der letzten Tage.“ Die Empfehlung habe nichts mit dem Schüren von Panik zu tun, versicherte er. Auch der Termin der Veröffentlichung hänge allein mit dem Ende der langjährigen Abstimmungen zusammen.

Der Sprecher von Innenminister Thomas de Maiziere betonte, die Neufassung basiere auf einer allgemeinen Gefahrenanalyse. Es gebe schon jetzt auf der Webseite des Bundesamts für Bevölkerungsschutz Hinweise, wie Privathaushalte für verschiedene Szenarien vorsorgen könnten - etwa bei terroristischen Bedrohungen ebenso wie bei Naturkatastrophen.

Der am Wochenende bekanntgewordene Aufruf zum Anlegen von Lebensmittel- und Wasservorräten hatte vielfach zu Besorgnis geführt.




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