Letztes Update am Mo, 22.08.2016 14:10

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lohfink-Prozess - Anklage forderte 24.000 Euro Geldstrafe



Berlin (APA/AFP/dpa) - Im Prozess gegen das deutsche Model Gina-Lisa Lohfink wegen des Vorwurfs der falschen Verdächtigung hat die Staatsanwaltschaft am Montag eine Geldstrafe in Höhe von 24.000 Euro gefordert. Der 29-Jährigen wird vorgeworfen, zwei Bekannte wider besseren Wissens bezichtigt zu haben, sie im Sommer 2012 vergewaltigt zu haben. Die Verteidigung forderte einen Freispruch.

Staatsanwältin Corinna Gögge sagte in ihrem Plädoyer vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten, Lohfink habe die Geschichte von der Vergewaltigung „konstruiert“, um nach Bekanntwerden von Handyaufnahmen des Geschlechtsverkehrs ihren Ruf zu schützen. „Ich will das gar nicht beschönigen, dass sich beide Männer schäbig verhalten haben,“ meine die Anklägerin mit Blick auf die widerrechtliche Verbreitung der Handyaufnahmen. Deswegen haben die Männer bereits Geldstrafen erhalten.

„Frau Lohfink ist nicht Opfer einer Sexualstraftat geworden. Sie hat gelogen und Ermittler bewusst in die Irre geführt“, sagte Gögge. Die Höhe der Geldstrafe in Form von 80 Tagessätzen je 300 Euro entspricht dem ersten Strafbefehl, den Lohfink wegen Falschaussage erhalten hatte. Dagegen hatte sie Widerspruch eingelegt, über den noch am Montag entschieden werden sollte. Das Urteil wurde am Nachmittag erwartet.

Eine Manipulation mittels K.o.-Tropfen sei auszuschließen, sagte Gögge weiter. Sie berief sich dabei auf ein zuvor vorgetragenes Gutachten eines zum Sachverständigen bestellten Toxikologen. Dieser hatte nach Sichtung der Bilder und Verfolgung des Prozesses gesagt, es gebe „keinen Anhalt für K.o.-Tropfen“. Lohfink sei „in allen Sequenzen wach, ansprechbar und orientiert gewesen“. Das Model sagte in ihren Schlussworten unter Tränen: „Ich bin nicht hier, um berühmt zu werden.“ Sie werde „das, was die Jungs mir angetan haben, ein Leben lang mit mir rumtragen“.

Die im Internet verbreiteten Handyvideos hatten in Deutschland eine Debatte über das Sexualstrafrecht angestoßen. Diese mündete im Juni in eine Gesetzesverschärfung.




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