Letztes Update am Mo, 22.08.2016 14:49

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Olympia: US-Basketballer nach Goldgewinn vor Umbruch



Rio de Janeiro (APA/dpa) - Die US-Basketball-Auswahl steht nach der gewonnenen Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro vor dem Umbruch. Neben Dreifach-Olympiasieger Carmelo Anthony tritt auch Erfolgstrainer Mike Krzyzewski ab, für ihn übernimmt der fünfmalige NBA-Meistercoach Gregg Popovich. Die Dominanz der Amerikaner droht aber sogar noch größer zu werden.

Nach der größten US-Basketballshow seit dem legendären „Dream Team“ verkündete der neue Rekord-Olympionike Anthony unter Tränen endgültig seinen Abschied. „Mann, ich habe Nein gesagt“, erwiderte Anthony auf die Frage, ob er nach dem 96:66 gegen Serbien im Finale von Rio nicht doch noch weiter für sein Nationalteam auflaufen will. „Ich habe dem US-Basketball genug gegeben. So sehr ich es vermissen werde - es ist an der Zeit, das Spiel den Jüngeren zu übergeben.“ Kurze Pause. „Also ruft mich ja nie wieder an.“

Wehmütig würdigte Krzyzewski seine beiden wichtigsten Spieler, Anthony und Kevin Durant, die in der Pressekonferenz mit demütig gesenktem Kopf neben ihm auf dem Podium saßen. „Diese zwei Veteranen gehabt zu haben, ist einfach ist nur fabelhaft.“ Anthony und Durant sind nun die beiden Spieler mit den meisten Punkten für den 15-maligen Olympiasieger - noch vor Legenden wie Michael Jordan oder Charles Barkley. „Kevin Durant ist einer der größten Spieler, den wir jemals hatten im amerikanischen Basketball“, lobte US-Basketballchef Jerry Colangelo.

Aus der Heimat gratulierten die zahlreichen Top-Stars, die auf den Trip nach Brasilien verzichtet hatten. „Goldstandard“, schrieb NBA-Champion LeBron James. „Sie haben alles geopfert und die Arbeit vollendet“, kommentierte Stephen Curry, wertvollster NBA-Spieler der vergangenen Saison. „Gratulation an meinen Bruder Carmelo Anthony“, erklärte Dwyane Wade. In Tokio 2020 könnte sich die Überlegenheit sogar noch weiter vergrößern. Es ist unwahrscheinlich, dass die besten US-Profis auf die Marketingmöglichkeiten von Olympia im asiatischen Markt verzichten werden.

Groß war die Skepsis angesichts der zahlreichen Absagen bei den amerikanischen Basketball-Fans vor dem Turnier. Doch die Dominanz in der K.o.-Phase nach holpriger Vorrunde sollte den Rest der Basketball-Welt verängstigen. Schon das WM-Finale 2014 hatten die USA gegen Serbien mit 129:92 mehr als deutlich gewonnen. „Vor zwei Jahren haben wir mit 36 Punkten verloren, jetzt mit 30. Jedes Jahr sechs Punkte weniger, vielleicht werden wir dann in zehn Jahren ein enges Spiel haben“, rechnete Aleksandar Djordjevic voller Fatalismus mathematisch nicht ganz korrekt vor.




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