Letztes Update am Mo, 22.08.2016 17:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nikolic warnt bosnische Serben vor strittigem Referendum



Belgrad/Sarajevo (APA) - Serbiens Präsident Tomislav Nikolic hat am Montag die bosnischen Serben vor dem für 25. September geplanten Referendum gewarnt. Die Republika Srpska führe ihre eigene Politik, solle jedoch auch einem „breiteren Kontext“ Rechnung tragen, wie es Nikolic am Montag gegenüber der staatlichen Presseagentur Tanju vorsichtig formulierte.

„Alles liegt in den Händen der Republika Srpska. Sie soll berücksichtigen, was die Mächtigen denken, ohne ihre eigene Selbstständigkeit zu verlieren“, meinte Nikolic weiters. Jede Einmischung würde die „Verletzung der Souveränität und der Integrität der Republika Srpska“ darstellen, sagte Serbiens Präsident und verwies auf das britische Votum zum Brexit.

Serbiens Premier Aleksandar Vucic hatte direkte Stellungnahmen zum strittigen Referendum bei seinem Besuch in Banja Luka am Freitagabend vermieden. Zuvor hatte er wiederholt seine Besorgnis zu einer möglichen politischen Destabilisierung geäußert. Schon ein kleiner Funke könnte dazu führen, warnte Vucic in der Vorwoche beim Besuch des US-Vizepräsidenten Joe Biden in Belgrad. Belgrader Medien spekulierten daraufhin, dass Serbiens Premier versuchen würde, den für seinen Separatismus bekannten bosnisch-serbischen Präsidenten Milorad Dodik dazu zu überreden, das Referendum abzusagen.

Die bosnischen Serben sollen sich bei dem geplanten Referendum zu ihrem Nationalfeiertag am 9. Jänner äußern. Diesen hatte das Bundesverfassungsgericht Ende 2015 für verfassungswidrig erklärt. Das Referendum würde diese Entscheidung infrage stellen. Die Volksabstimmung gilt außerdem als Probelauf für ein seit Jahren angestrebtes Unabhängigkeitsreferendum, mit dem sich die Serben vom Gesamtstaat abspalten könnten.




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