Letztes Update am Di, 23.08.2016 10:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tschechien wünscht „keine starke muslimische Minderheit“



Prag (APA) - Tschechien wünscht laut seinem Regierungschef Bohuslav Sobotka keine starke muslimische Minderheit. Dies sagte Sobotka in einem Interview mit der tschechischen Tageszeitung „Pravo“ (Dienstag-Ausgabe) anlässlich des bevorstehenden Besuches der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel am kommenden Donnerstag in Prag.

Wenn man sehe, wer am häufigsten helfe, die terroristischen Attacken zu organisieren, dann seien es beispielsweise die Nachkommen von Immigranten, die vor 15 bis 20 Jahren nach Europa gekommen seien. So stelle sich die Frage, ob man imstande sei, die Menschen, die aus Gebieten mit unterschiedlicher Kultur und Religion gekommen seien, erfolgreich zu integrieren und warum sie sich radikalisierten, sagte Sobotka.

„Selbstverständlich sind diese Fragen in Deutschland aktueller. Wir (Tschechien) haben hier keine starke muslimische Minderheit. In Wahrheit wünschen wir auch nicht, dass sich hier irgendeine starke muslimische Minderheit bildet. Auch mit Rücksicht auf die Probleme, die man sieht“, sagte Sobotka.

Laut dem Premier kann man nicht sagen, dass „Flüchtling gleich Terrorist ist“. Genauso könne man aber nicht das Vorgehen geltend machen, das Deutschland im vergangenen Jahr praktiziert habe, indem es den Zufluss einer riesigen Menge von Leuten ohne jegliche Kontrolle ermöglicht habe.

Es wird laut Sobotka „sehr schwierig“ sein, sich damit auseinanderzusetzen. „Im Moment, in dem eine große Menschenmenge ins Zentrum Europas gekommen ist, ohne dass die EU die Schengen-Grenze schließen würde, hat sich das Sicherheitsrisiko verstärkt“, betonte der tschechische Regierungschef.




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