Letztes Update am Di, 23.08.2016 11:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Credit Suisse warnt vor Risiken durch günstiges Kreditumfeld



Zürich (APA/sda) - Die Kreditwürdigkeit der meisten wichtigen Schweizer Unternehmen ist laut der Credit Suisse weiterhin gut. Risiken ortet die Großbank im günstigen Kreditumfeld, das hohe Auszahlungen an Aktionäre fördert und damit die Liquidität einschränken könnte.

Dem starken Franken und dem uneinheitlichen weltweiten Wirtschaftswachstum zum Trotz: Die Schweizer Unternehmen mit Anleihen am Franken-Kapitalmarkt haben sich gut entwickelt, wie die Credit Suisse in einer Mitteilung vom Dienstag zu ihrem Kredithandbuch Schweiz 2016 schreibt.

Einzig die Stromversorger kämpfen weiterhin mit einer schwierigen Situation: Sieben der neun Rückstufungen von Bonitäts-Ratings seit der Veröffentlichung des letztjährigen Kredithandbuchs betreffen Energieversorger und Partnerwerke, darunter Axpo und Repower. Eine Abstufung führt tendenziell zu höheren Kreditzinsen und verteuert damit den Schuldendienst.

Die Ratings der Unternehmen und der öffentlichen Hand blieben in den meisten Fällen stabil. Einzig das Rating des Industriekonzerns Sulzer und des Backwarenhersteller Aryzta wurden heruntergestuft, beide unter anderem wegen Zukäufen.

Allerdings könnte das Risiko-Pendel bald herumschwingen, wie die CS festhält. Grund dafür ist eine geringere Profitabilität: Die Hälfte der Unternehmen mussten im Geschäftsjahr 2015 Margeneinbußen hinnehmen. Die andere Hälfte konnte ihre Margen zwar steigern, wenn auch die Steigerungen nicht so hoch ausfielen wie die Verluste. Ein allzu positives Zeichen sieht die CS im Margenausbau nicht: „Aus unserer Sicht sind die Steigerungen auch im Wesentlichen stärker auf Kostensenkungsmaßnahmen als auf zugrunde liegendes Wachstum zurückzuführen.“

Sorgen bereitet der Großbank das günstige Kreditumfeld. Die attraktiven Refinanzierungskonditionen und die Unterstützung der Zentralbank für die Anleihen-Anlageklassen unterstützen hohe Auszahlungen an Aktionäre.

Die Dividenden stiegen bei den erfassten Unternehmen oder blieben stabil. Zusätzlich kauften sie alle deutlich mehr eigene Aktien zurück. Insgesamt beliefen sich diese Aktienrückkäufe auf 13,7 Mrd. Franken - 60 Prozent mehr als im Vorjahr und 429 Prozent mehr als 2013.

Zwar verfügten die Schweizer Unternehmen im Geschäftsjahr 2015 nach wie vor über eine sehr solide Liquiditätsposition, heißt es weiter. Der stabile Ausblick für rund 80 Prozent der erfassten Unternehmen bestätige dies. Auf der anderen Seite weisen aber auch nur drei Unternehmensratings einen positiven Ausblick aus, denn die CS geht davon aus, dass der Fokus auf Aktionäre und Wachstum durch Akquisitionen andauern wird.

~ ISIN CH0012138530 WEB https://www.credit-suisse.com ~ APA184 2016-08-23/11:20




Kommentieren