Letztes Update am Di, 23.08.2016 11:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Beluga-Prozess: Gericht sieht Anklage in Teilen entkräftet



Bremen (APA/dpa) - Im Wirtschaftsstrafprozess um die Bremer Reederei Beluga sieht das Gericht in einer vorläufigen Bewertung die Anklage gegen Ex-Chef Niels Stolberg in Teilen als entkräftet an. In der dritten Anklageschrift von Jänner 2014 gebe es aus Sicht der Kammer keinen objektiven Tatbestand für den Vorwurf des Betruges, sagte die Vorsitzende Richterin Monika Schaefer am Dienstag im Bremer Landgericht.

Diese Auffassung habe die Kammer den Prozessbeteiligten auch in einem Gespräch am 17. August mitgeteilt. Auch plane die Kammer derzeit keine weitere Zeugenvernehmungen. Die Bremer Reederei war 2011 in Insolvenz gegangen.

Zu Prozessbeginn hatte Stolberg eingeräumt, Bilanzen durch Scheinumsätze gefälscht zu haben. Den Vorwurf der Kreditfälschung hatte er aber zurückgewiesen. Er habe sich nie persönlich bereichert und auch niemanden schädigen wollen.

Das Gericht hob die beiden Verhandlungstermine in der kommenden Woche auf. Unklar blieb, ob der seit sieben Monaten laufende Prozess tatsächlich bis zum 26. Oktober fortgesetzt wird oder früher beendet werden kann.

Angeklagt sind neben Stolberg noch drei weitere Ex-Beluga-Manager. Ihnen werden in unterschiedlicher Beteiligung Kreditbetrug, Betrug, Bilanzfälschung und Untreue vorgeworfen. Bei einem Schuldspruch wären auch Haftstrafen nicht ausgeschlossen.




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